# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der elften Verſammlung hielt. Ebenſo ging es auch im Neuen Teſtament. Da redete Gott zu⸗ nächſt das Wort durch ſeinen Sohn und dann durch die heiligen Apoſtel. Später ließ er es aufſchreiben. Und Gott hat uns nicht verheißen, daß er noch neues Gottes⸗Wort geben wolle. Das. damals geſchriebene Gottes⸗Wort iſt und bleibt der Grund des Glaubens bis an den jüngſten Tag, weil alle chriſtliche Lehre und Predigt nur das in Bewegung ge⸗ ſetzte geſchriebene Wort iſt. Wir bleiben daher bei unſerer Theſe: „Die Lehre, daß die heilige Schrift Alten und Neuen Teſtaments nach Inhalt und Ausdruck göttlichen Urſprungs ſei, iſt eine Lehre, mit deren Drangabe der Grund des chriſt⸗ lichen Glaubens aufgegeben wird.“ Die ſtehen nicht mehr im Glauben, die ſo reden wie Volck und Harnack und Andere. Man merke ſich wohl den Spruch Matth. 5, 19.: „Wer nun eines von dieſen kleinſten Geboten auf⸗ löſet und lehret die Leute alſo, der wird der Kleinſte heißen im Himmel⸗ reich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich.“ Hier ſteht es: „Und lehret die Leute alſo, der wird der Kleinſte heißen im Himmelreich.“ Bei den neueren Theologen wird der Menſch über Gottes Wort geſtellt. Dem Menſchen wird die Schrift unterworfen, er ſoll entſcheiden. Wer aber etwas für Gottes Wort annimmt, weil er meint, es ſei Gottes Wort, der ſteht auf ſich ſelber und nicht auf der Schrift, der ſteht alſo auch nicht im wahren Glauben. Damit leugnen wir nicht, was der liebe Gott noch ſonderlich bei einem ſolchen Menſchen thun kann. Aber es iſt ein ganz beſonderes Wunder Gottes, wenn ein ſolcher Theolog zum Glauben kommt und darin bleibt. Gott muß ihn zu einer glücklichen In⸗ conſequenz führen. Aber wem dürfte es nun einfallen, weil Gott einzelne beſondere Wunder ſeiner Gnade thun kann, zu ſagen: dieſe neuere In⸗ ſpirationslehre ſei kein verdammlicher, grundſtürzender Irrthum? Wie manchen Anhänger des Arius mag es gegeben haben, der mit Arius irrig redete über Chriſti Perſon, und er ſtand im Glauben! Dennoch iſt und bleibt der Arianismus ein grundſtürzender Irrthum. Theſis II. Die Lehre von der Göttlichkeit der heiligen Schrift iſt ſelbſt ein Glaubensartikel und kann ſomit nur aus der Schrift ſelber erkannt und kraft derſelben mit voller Zuverſicht angenommen oder geglaubt werden. Zwar es iſt die heilige Schrift, auch menſchlich betrachtet, darnach angethan, den Menſchen nachdenklich zu machen. Hier hat er ein Buch vor ſich, das ſeines Gleichen zu keiner Zeit und auf der ganzen Welt nicht gehabt hat noch hat. Es tritt auch dem natürlichen Menſchen an dieſem Buche manches entgegen, das er mit ſeinem Verſtande nie erklären kann.