# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1858_S253 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Literatur. 253 Färbung eine Schaar Ungelehrter verscheucht und mindestens das Ganze bedeutend vertheuert haben.“ 2. Luthers Glaubensrichtung. Seine Bedeutung und Stellung in der Kirche. Eine Stimme aus Württemberg. Von Chr. G. Eberle, Pfarrer. Stuttgart, S. G. Liesching. 1858. 54 S. Octav. Das von Ehlers redigirte Kirchenblatt für die evangelisch⸗lutherischen Gemeinden in Preußen sagt folgendes über diese Schrift: „In Nr. 2 war ein Buch von dem Hrn. Verfasser angezeigt, „Luther's Evangelien-Auslegung“, und was er bei Gelegenheit der Abfassung dieses Buches durch das Studium der Schriften Luther's über Luther gelernt hat, das spricht der Verf. in unserm Buche als Antwort auf drei Fragen aus, nämlich 1. Was ist das Lutherische oder was ist das Charakteristische an Luther, welches ist das Centrum seines Glaubens, der Grund, auf dem er steht, an dem er festhielt, der ihn auch in seinem Auftreten den Reformirten gegenüber leitete? 2. Was ist die Kirche im Sinne Luther's? 3. Welches ist Luther's Bedeutung und Stellung in der Kirche? Die Summe des Glaubens Luther's findet der Verf. in folgenden Worten Luther's ausgesprochen: „Gott ist nirgends zu suchen denn in Christo, der in der Krippe liegt oder wo Er sonst ist, am Kreuz, in der Tause, Abendmahl oder Predigtamt des göttlichen Wortes, oder bei meinem Nächsten und Bruder; da will ich ihn finden.“ Zwei Elemente ergeben sich aus dem inneren Lebensgange Luther's dem unbefangenen Forscher, das eine, subjektive, ist der rechtfertigende Glaube (das Halten an dieser Lehre macht aber noch nicht lutherisch; „denn dieses Dogma ist das gemeinsame der ganzen evangelischen Kirche“), das zweite, objektive, welches sich mit dem subjektiven als unzertrennliches Glied verbindet, ist das Wort und Sakrament als Mittel, dadurch Christus Sich uns giebt, und als feste Grundlage des Glaubens. Hiezu noch diese Bemerkung des Verf.: „Es kann Jemand sämmtliche Bestimmungen der lutherischen Glaubenslehre unterscheiden und sich zu eigen machen, ohne darum als Prediger die lutherische Glaubensrichtung zu vertreten und sich als Geistesgenossen Luther's kund zu geben.“ — — Der Grundbegriff der Kirche bei Luther ist auch in dem letzten Theile jenes Satzes ausgedrückt: Christus ist in der Taufe u. s. w. „Die Kirche ist, wo Christus ist. Wo aber ist Christus? Im Predigtamt des göttlichen Wortes, in den Sakramenten, beim Bruder. Auch die Wortfolge ist nicht aus der Acht zu lassen. Wort und Sakrament voran — die Brüder nach.“ „Nicht die Kirche macht das Wort und die Sakramente ...; sondern Wort und Sakramente machen die Kirche.“ „Darum wird auch die Kirche, inwendig Ihm allein bekannt, äußerlich allein daran erkannt, daß sie Sein Wort d. i. die Predigt des Evangeliums und Seine Sakramente hat.“ — — „Mit Luther hat die Kirche auf Erden den Höhepunkt ihres Glaubensbewußtseins erreicht.“ „Die Kirche der Zukunft wird keine andere sein als die Kirche im Geiste Luther's.“