# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 33 menſchliche Thätigkeit nicht abſolut erhaben iſt. Wer das leugnet, der kennt die alt⸗ und neuteſtamentlichen Geſchichtsbücher nur oberflächlich, und wer ſich daran ärgert, der verſündigt ſich an dem heiligen Geiſte, deſſen ganz und gar nicht doketiſche liebreiche Herablaſſung in die Menſchlichkeit er viel⸗ mehr bewundern und preiſen ſollte.“ (Syſtem der bibl. Pſychol. Leipzig. 1855. p. 319 sq.) (Der Heilige Geiſt, der ein Geiſt der Wahrheit iſt [Joh. 16, 13.], iſt alſo ſo demüthig, daß er ſich zum Heil der Welt auch in Lüge und Irrthum einwickelt!) Kurtz: „Wir behaupten kühn und mit der ſicheren Zuverſicht, dem göttlichen Charakter der heiligen Schrift und Geſchichte nicht im mindeſten zu nahe zu treten, daß die heiligen Männer Gottes im Alten und Neuen Bunde, welche der Geiſt Gottes zu göttlichen Werken oder Worten trieb, gar wohl, was naturwiſſenſchaftliche Erkenntniſſe betrifft, in den zu ihrer Zeit allgemein herrſchenden Irrthümern mitbefangen ſein konnten. . . So konnte auch Moſes gar manche phyſikaliſch⸗irrige Anſicht über die Natur des Sternenhimmels oder des Erdinneren haben, als er im prophetiſchen Geiſte die Geſchichte der Schöpfung des Himmels und der Erde auffaßte, ohne daß ihm dieſe Irrthümer dadurch hätten benommen werden müſſen; denn die moſaiſche Schöpfungsgeſchichte hat eben gar keine phyſikaliſche, ſondern bloß religiöſe Belehrung zum Zwecke.“ (Bibel und Aſtronomie. Berlin 1858. S. 8 f.) (Wider ihren religiöſen Zweck lehrt alſo die Schrift leider allerlei Irrthümer in anderen Gebieten!) Was nun endlich Philippi betrifft, ſo ſchreibt er zwar: „Mit dieſer einſeitig trennenden Anſchauungsweiſe hängt auch die Behauptung zuſam⸗ men, daß in der heiligen Schrift eigentlich nur die Sachen, nicht aber die Worte inſpirirt ſeien. Doch einmal wäre der Entſtellung und dem Ver⸗ luſte der gottgeoffenbarten Wahrheitsſubſtanz ſelber nicht vorgebeugt, wenn die Bezeichnung derſelben den Menſchen überlaſſen bliebe, weil ja der falſche, ſchiefe oder unangemeſſene Ausdruck immer zugleich den Inhalt verändert; dann aber ſind für den Menſchen überhaupt die Sachen nur in Gedanken und die Gedanken nur in Worten vorhanden, und dieſes Zerreißen des inneren und nothwendigen Zuſammenhangs von Sache, Gedanke und Wort iſt ebenſo willkürlich, als undurchführbar. Die Wirkung der Vermählung des göttlichen und menſchlichen Geiſtes in der Theopneuſtie, ſei es nun zur Aufnahme oder zur Hervorbringung der göttlichen Offenbarung, iſt eben das göttliche Wort, nicht nur der göttliche Gedanke im Unterſchiede vom Worte, ſondern das göttliche Wort als Träger, Ausdruck und Form des göttlichen Gedankens. Mit Recht behaupteten demnach die Alten nicht nur eine Real⸗, ſondern auch eine Verbalinſpiration. Die Apoſtel und Pro⸗ pheten, ganz eingetaucht, lebend und webend im Elemente des göttlichen Geiſtes, konnten auch nur völlig durchgeiſtete Worte reden.“ (Kirchl. Glau⸗ benslehre. 3. Aufl. I, S. 250 f.) [Unten rechts die Bogenſignatur „3“; nicht als Folio gerechnet.]