# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der elften Verſammlung mögen ſie den nennen, welcher dies oder jenes geſagt habe, oder nicht. . . . Daß die altteſtamentliche Schrift ein Werk des heiligen Geiſtes, daß ſie inſpirirt iſt, deſſen gedenkt unſer Lehrſatz nicht; aber nur deshalb nicht, weil für uns ein für alle Mal feſtſteht, daß alles, was zur Fortführung der heiligen Geſchichte dient, kraft einer Wirkung des heiligen Geiſtes ge⸗ ſchieht, welcher hierfür dem Menſchen in der Weiſe, wie es für den jedes⸗ maligen Zweck ſolcher Wirkung erforderlich iſt, hinſichtlich ſeines Natur⸗ lebens beſtimmend innewaltet. . . . Nicht bloß auf die Schreibenden, ſondern auch auf diejenigen iſt ſolche Wirkung geſchehen, welche die einzelnen Be⸗ ſtandtheile der Schrift zuſammenſtellten, ſei es zu Büchern, ſei es zum Ganzen derſelben. Darnach wird die mannigfaltige Wirkung des Geiſtes Gottes, welche man unter dem einen Namen der Inſpiration zuſammen begreift, beſchrieben ſein wollen; ſo zwar, daß man immer im Auge behält, wie das Einzelne je in ſeinem Verhältniſſe zu dem beabſichtigten Ganzen durch Wir⸗ kung des heiligen Geiſtes hervorgebracht worden iſt.“ (Der Schriftbeweis. Nördlingen. 1852. I, 567—573.) Luthardt: „Im Ganzen ſucht die gläubige Theologie noch eine For⸗ mel zu finden, in welcher ſie den ‚gottmenſchlichen‘ Charakter der Schrift auszuſprechen vermöge. . . . Tholuck und Rothe haben die Unhaltbarkeit der alten Lehre nachgewieſen. . . . Es iſt auszugehen von der Nothwendig⸗ keit und Bedeutung des Ganzen der Schrift für die Kirche und von da aus ſowohl die Gewißheit abzuleiten, welche zunächſt die Kirche als Ganzes von dem Ganzen der Schrift und ihren einzelnen Theilen hat, ſo⸗ fern ſie integrirende Theile dieſes Ganzen ſind, als auch auf die Gottes⸗ wirkung ihrer Entſtehung zu ſchließen, ſo daß das Einzelne immer in Be⸗ ziehung zum Ganzen gefaßt, der pſychologiſche Zuſtand aber als der der Einheit von Receptivität und Spontaneität begriffen wird.“ (Dies er⸗ innert lebhaft an das Göthe'ſche: „Wo Begriffe fehlen, da ſtellt ein Wort zur rechten Zeit ſich ein.“) „Die Schrift iſt das normirende Wort Gottes (für die Kirche) und enthält das ſeligmachende Wort Gottes (für die Ein⸗ zelnen). Vgl. Hofmann, Schriftbew. II. 2, 98—109.“ (Compendium. Dritte Aufl. p. 255.) Mit dieſem ſogenannten Ganzen der Schrift kön⸗ nen ſie natürlich auch alle einzelnen Stellen, die von der Inſpiration han⸗ deln, abweiſen. Denn auch die Inſpiration ſoll man erſt aus dem Ganzen der Schrift beweiſen. Delitzſch: „Auch iſt Theopneuſtie ein Gattungsbegriff, der gar mannigfach abgeſtufte Geiſteswirkungen unter ſich begreift, je nachdem der Schriftſteller ſich productiv und continuativ, oder reproductiv und appli⸗ cativ zur Heilsoffenbarung und Heilsgeſchichte verhält. Aber in beiden Fällen erſcheint das Göttliche unter den Affectionen des Menſchlichen. Im letzteren Falle ſind ſogar Irrungen in Reproduction des Geſchicht⸗ lichen und Gegebenen möglich, Gedächtnißfehler, Combina⸗ tionsfehler, überhaupt ſolche Fehler, über welche die allergeiſtlichſte