# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 31 von David iſt oder nicht, die Sprüche von Salomo ſind oder Anderen, Da⸗ niel echt oder unecht u. ſ. w. Aber man muß ſich bei dieſen Schriften dritten Ranges wohl hüten, auf Authentie zu viel ſtellen zu wollen. Mag dieſer Verſuch, vom Standpunkte der Inſpiration aus die Schrift in drei Claſſen zu theilen, mangelhaft ſein: jedenfalls iſt eine Unterſcheidung von Graden der Inſpiration im Sinne der Schrift, wie ſie denn auch in alter und neuer Zeit bedeutende Auctoritäten für ſich hat.“ (Die lutheriſche Dogmatik hiſtoriſch⸗genetiſch dargeſtellt. Erſter Band. Leipzig 1861. p. 666 sqq.) (Was für ein Engel muß das ſein, welcher Hrn. Dr. Kahnis eine ſolche Claſſification der prophetiſchen und apoſtoliſchen Schriften eingegeben hat?!) Kahnis: „Der Proteſtantismus ſteht und fällt mit dem Grundſatze von der alleinigen Auctorität der Schrift. Unabhängig aber iſt dieſer Grundſatz von der Inſpirationslehre der alten Dogmatik. Sie wieder auf⸗ zunehmen, wie ſie war, kann nur mit Verhärtung gegen die Wahrheit ge⸗ ſchehen.“ (Der innere Gang ꝛc. 2. Aufl. p. 241.) (Das Beharren bei dem apoſtoliſchen Zeugniß: „Alle Schrift iſt von Gott eingegeben“, Ver⸗ härtung gegen die Wahrheit zu nennen, offenbart nur, daß derjenige, welcher ſo redet, ſich ſelbſt gegen die Wahrheit Gottes verhärtet habe.) Thomaſius: „Sie (die heiligen Schriften) tragen durchaus das Gepräge der Individualität und Selbſtthätigkeit ihrer Verfaſſer, ſowohl in Conception der Gedanken als in der Ausführung und Darſtellung. Man darf ſich nur unbefangen an ſie hingeben, ſo überzeugt man ſich ſofort, daß dieſe Schriften nicht dictirt ſind vom heiligen Geiſte.“ (Chriſti Perſon und Werk. Dritter Theil. Erſte Abth. 2. Aufl. p. 449 sq.) (Möge Gott jeden frommen Chriſten vor ſolcher „Unbefangenheit“ in Gnaden bewahren!) v. Hofmann: „Nicht wie erſtere (die altteſtamentliche Schrift) ent⸗ ſtanden, ſondern was es um ſie ſei, bezeugt die letztere (die neuteſtament⸗ liche). Denn wenn wir 2 Petr. 1, 21. von den altteſtamentlichen Prophe⸗ ten leſen, daß es göttliche Wirkung, Wirkung des heiligen Geiſtes geweſen, kraft welcher ſie geredet haben, ſo iſt dies ſeinem nächſten Wortlaute und Zuſammenhange nach nicht einmal von allen einzelnen Beſtandtheilen der altteſtamentlichen Schrift geſagt, geſchweige von deren Zuſammenfaſſung in das einheitliche Ganze derſelben. . . . Nicht auf irgend etwas, das irgend wann geredet worden, noch auf irgend etwas, das in der Schrift nur ent⸗ halten iſt, ſondern auf das Ganze der Schrift beruft ſich Jeſus. . . . Wenn er alſo einzelne Schriftſtellen anführt, ſei es, um ihre Erfüllung in ſeiner Perſon und Geſchichte aufzuzeigen, oder um ſeine Weiſungen darein zu kleiden, ſo meint er ſie nicht in ihrer Vereinzelung, ſondern die Schrift als einheitliches Ganzes iſt es, welche er von ſich zeugen, oder den Willen Gottes ausſagen läßt.“ (Welch eine petitio principii!) „Ebenſo berufen ſich die neuteſtamentlichen Schriftſteller nicht etwa nur auf dieſes oder jenes Wort Moſe's oder David's oder Jeſaia's, weil dieſe Einzelnen kraft des Geiſtes Gottes geredet haben, ſondern die Schrift führen ſie redend ein,