# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 29 vom Geiſte Gottes; es iſt ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geiſtlich gerichtet ſein.“ 1 Cor. 2, 14. Nun ſoll der kleine Brief an Philemon gar ein humoriſtiſches Buch ſein! Kahnis: „Denkt eine Inſpirationslehre, welche alle Solöcismen und Barbarismen der apoſtoliſchen Schriften, alle verfehlten Conſtructio⸗ nen des Paulus, alle ungenauen Citate, Differenzen in der Darſtellung (und zwar in Punkten, wo auf den Wortlaut etwas ankömmt, wie bei den zehn Geboten [welche Blindheit beweiſt hier Kahnis!], dem Vaterunſer, den Einſetzungsworten des Abendmahles), Entlehnungen aus anderen Schriften, rein perſönliche Urtheile und Ausdrücke u. ſ. w. dem heiligen Geiſte zuſchreibt, wirklich würdig vom heiligen Geiſte?... Mußten wir bei Propheten und Apoſteln ſelbſt bei Empfängniß der Offenbarung einen menſchlichen Coefficienten annehmen, ſo konnten wir uns begriffliches Durcharbeiten und Darſtellung durchaus nicht ohne Mitwirkung der menſchlichen Eigenthümlichkeit denken und durften auf ganz unverkenn⸗ bare Thatſachen einfach verweiſen. Dieſe menſchliche Seite tritt noch viel entſchiedener bei Dichtern, lyriſchen und didaktiſchen, und Geſchichts⸗ ſchreibern hervor. Soll man annehmen, daß, was David in ſeinem Her⸗ zen empfand, der heilige Geiſt in Geſtalt eines Pſalms dictirt habe?“ (Hat nicht ſelbſt jeder Chriſt vom Heiligen Geiſte in ihm gewirkte Gedanken, die ihm hernach im Gebete entſtrömen? Und doch ſoll der Heilige Geiſt den David nicht getrieben haben können, ſolche ihm eingegebenen Gedanken in Geſtalt eines Pſalms aufzuzeichnen?) Kahnis fährt fort: „Wenn der Evangeliſt Lucas nur niederſchrieb, was ihm der Geiſt dictirte: wozu beruft er ſich auf Ueberlieferung und Forſchung?“ Lächerlicher Einwurf! — Als ob es nicht für den Zuhörer eine Sache von der höchſten Wichtigkeit wäre, wenn der, welcher durch den Geiſt zu reden erklärt, ſich zugleich darauf berufen kann, daß er auch als Augen⸗ und Ohrenzeuge und der alles genau erkundet habe, rede! Als daher an Judas' Stelle ein Anderer zum Apoſtel erwählt werden ſollte, da ſagte Petrus: „So muß nun einer unter dieſen Männern, die bei uns geweſen ſind, die ganze Zeit über, ... ein Zeuge ſeiner Auferſtehung mit uns werden.“ Apoſt. 1, 21. 22. Iſt es denn zwecklos, wie ein Inſpirir⸗ ter nachweiſt, daß das, was er berichtet, ſchon menſchlich glaubwürdig ſei? Iſt nicht vielmehr Gott zu danken, daß er es ſo eingerichtet hat, daß die heiligen Schreiber auch ſagen konnten: Ich hab's ſelbſt geſehen und gehört, was ich euch ſchreibe? Ohne Zweifel wird Lucas auch ſonderlich die Jungfrau Maria gefragt haben, die am meiſten wußte. Wohl hätte der Heilige Geiſt dem Lucas Alles auch allein offenbaren können, gerade wie er dem Apoſtel Paulus einen genauen Bericht von der Einſetzung des heiligen Abendmahls gab. Aber iſt es nicht nur um ſo herrlicher, daß Gott auch für menſchliche Glaubwürdigkeit Sorge getragen hat? Bei der Darlegung der Wahrheit der heiligen Schrift ſind Hauptfragen dieſe: 1. Konnten die