# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1858_S252 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 252 Literatur. gabe. Dadurch schon war der Zugang zu ihnen dem evangelischen Volke, ja selbst einem nicht kleinen Theile der Geistlichkeit, verlegt, wozu dann allerdings auch noch die Luthersche Form und Weise der Rede und Schriftauslegung für Viele mancherlei Abstoßendes mit sich führte. Jenen Schatz nun zu heben zum Frommen der ganzen Gemeine, Lehrer und Hörer, war der Zweck des Verfassers. Jahre lang hatte er den angestrengtesten Fleiß darauf verwandt, zur Vorbereitung auf seine Predigten die Schriften bewährter Schriftforscher älterer und neuerer Zeit mit der Feder in der Hand durchzustudiren. Sein Weg führte ihn da auch zu Luther, dessen Schriften ihm bis dahin unbekannt geblieben waren. Was Luther geschrieben, ist als lauteres Gold des Glaubens aus dem Feuer der Anfechtung hervorgegangen, und in der Anfechtung ist auch dem Verfasser das Verständniß der Lutherschen Schriften aufgegangen. Dies Verständniß ist ihm so theuer und wichtig geworden, daß er auch Anderen es öffnen wollte. So ist das vorliegende Werk entstanden. Er hat darin einen vollständigen Evangelien⸗Commentar Luthers gegeben, auf Grund alles dessen, was Luthers Schriften als Beitrag zur Evangelienauslegung nur irgend darbieten: eine Luthersche Evangelienauslegung für das gesammte evangelische Volk, für den Gelehrten wie für den Ungelehrten. Daneben aber hatte er auch noch den homiletischen Zweck, zu zeigen, indem er den Gedankeninhalt der Lutherschen Predigten giebt, wie sich bei ihm Exegese und Predigt in lebendiger Weise verbinde. Keinesweges also enthält das vorliegende Werk blos eine Luthersche Auslegung der evangelischen Perikopen, sondern es giebt Alles, was von Luther zu den ganzen 4 Evangelien vorhanden ist. Zuerst allerdings der Reihe nach die Luthersche Auslegung aller sonn⸗ und festtägigen evangelischen Perikopen; dann aber behandelt es (zum Theil freilich nur in Verweisungen) auch noch die einzelnen 4 Evangelien je nach der Folge der Kapitel, indem es zuletzt mit angemessenen Registern schließt. Freilich hat dabei nun der Verfasser die Luthersche Auslegung nur im Auszuge gegeben; dieser Auszug aber aus sämmtlichen exegetischen und homiletischen Schriften Luthers ist ein wirklich nach objectivem Princip gemachter. Weggelassen ist selbst die immer wiederkehrende Polemik Luthers gegen Pabst und Türken keineswegs, wenngleich allerdings auf ein geringeres Maaß zurückgeführt, und Alles überall, selbst die Uebergänge sind Luthers eigene Worte. Wir wollen nicht verhehlen, daß bei alle dem ein Auszug aus Luther doch eben immer nur ein Auszug ist; es liegt aber hier ein so reichhaltiger und ein so dem allgemeinen Frommen dienender vor, wie sonst nirgends, und wir können nur aufs innigste wünschen, daß dieser nun so leicht zugänglich gewordene Schatz tiefster und mächtigster Lutherscher Evangelienauslegung von recht Vielen gehoben und dadurch immer Mehreren eine Brücke werde zu dem Einen und ganzen Luther selbst. — Wenn der Verfasser anmerkungsweise stets die einzelnen Stellen der excerpirten Lutherschen Schriften genau bezeichnet hätte, so würde er allerdings dem kritischen Bedürfnisse noch mehr genügt, freilich aber durch die gelehrtere