# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der elften Verſammlung Was für eine verzweifelte Bosheit ſteckt doch hinter dieſem ſogenannten Ganzen der heiligen Schrift! Und dies will man in's Volk hineintreiben. Prof. Volck äußerte ſich über den Vorwurf: er hätte doch vor dem Volke ſchweigen ſollen, alſo: Nein, ich will keine doppelte Buchführung. Von ſeinem Standpunkte aus hat er ganz Recht. Die Chriſten können ſich, wie er die Schrift anſieht, ja nicht an die einzelnen Worte und Sätze der Schrift halten, da müßten ſie in Irrthum gerathen. Als Beiſpiel hierzu führte er die Worte an aus Pſalm 14, 1.: „Es iſt kein Gott.“ Aber dies iſt ja hier gar nicht die Frage, ob man die Bibel aus ihrem Zuſammenhange reißen ſoll. Das wollen wir auch nicht. Wir wiſſen wohl, daß man jede Stelle im Zuſammenhang betrachten muß. Volck aber ſagt: Wenn ich auch die Worte eines Spruches in dem betreffenden Zuſammenhange vollkommen verſtehe, ſo weiß ich doch noch gar nichts; denn nun muß ich erſt wiſſen, wie der Sinn dieſes Spruches ſich zum Ganzen der Schrift verhält. Das heißt aber, einem die Bibel ganz nehmen. Wie kann denn ein Menſch ſtets das Ganze der Schrift vor Augen haben! Das überſteigt ja alle geiſtlichen und geiſtigen Kräfte. Man bedenke: Ich will mich auch dann noch mit der Schrift tröſten können, wenn meine Geiſteskräfte ſchwinden. Wenn mir im Sterben die Sinne ſchwach werden, ſo ſoll der Spruch: „Das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde“, genug ſein, mich im Glauben zu ſtärken und zu erhalten. Nun aber ſoll es mit einem Male heißen: Nein, das kann erſt vom Organismus des Ganzen aus geſchehen. Das ſollen ſich daher unſere lieben Chriſten wohl merken, was ihnen hier die neuere Theologie auftiſcht. Sie ſagt ihnen: Willſt du wiſſen, was Gottes Wort iſt, ſo mußt du erſt die ganze Bibel durchleſen, und dar⸗ nach mußt du das Einzelne beſehen, ob es nöthig iſt zum ganzen Syſtem. Iſt es nöthig, dann haſt du da Gottes Wort gefunden. Iſt es aber, wie du meinſt, nicht nöthig, ſind es nur Nebenſachen, ſo iſt das nicht Gottes Wort. — Iſt das nicht erſchrecklich? Wer, ich will nur ſagen, unter den ungelehrten Laien iſt aber hierzu fähig? O, wie Erſchreckliches hat daher Satan mit der Chriſtenheit vor! Er will nichts anderes, als den Chriſten ihre Seligkeit rauben; obwohl wir hierbei durchaus nicht behaupten wollen, daß die neueren Theologen bewußter Weiſe dieſe Abſicht haben, aber der Teufel, der ſich hier in Lichtengelgeſtalt verſtellt, der hat dieſe Abſicht. Man bedenke wohl, daß kein einziger namhafter Theolog die Dorpater ge⸗ tadelt hat, ſondern alle haben ihre Ausſprüche gelobt. Der Vater der neueren Theologie iſt, ſofern ſie eine neue iſt, ganz offenbar der Teufel. Der Vater der alten Theologie aber iſt Gott. Gott ſprach einſt im Para⸗ dieſe: „Welches Tages du davon iſſeſt, wirſt du des Todes ſterben.“ Dieſe alte Theologie hatte Eva noch im Herzen, als Satan zu ihr kam. Denn ſie ſprach: Ja, Gott hat ſo geſagt. Aber der Teufel kam mit ſeiner neuen Theologie: Sollte Gott das ſo verſtanden haben wollen? du mußt auf das