# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 23 Schriftwort, oder eine Offenbarungstheorie, nach welcher allen Worten der Apoſtel eine durchgängige Richtigkeit*) zuzuſchreiben, nach den hier ge⸗ wonnenen Reſultaten ſich nicht behaupten laſſen.“ (Das Alte Teſtament im Neuen Teſtament. 6. Aufl. S. 48.) Dieckhoff: „Es wird wohl zugeſtanden werden müſſen, daß die Art, wie man die Irrthumsloſigkeit des Wortes der heiligen Schrift in der alten orthodoxen Dogmatik gefaßt hat, eine unhaltbare iſt, und daß man der negativen Kritik nicht mächtig werden kann, wenn man mit jenem Zu⸗ geſtändniſſe meint zurückhalten zu müſſen.“ (Kirchliche Zeitſchrift. 1858. S. 757.) Auch hier tritt wieder zu Tage, was dieſe Theologen drängt und treibt in ihre ungeſunde Stellung zur heiligen Schrift. Es iſt die leidige Angſt vor der ſogenannten Wiſſenſchaft, deren man wiſſenſchaftlich mächtig wer⸗ den möchte, und in dieſem Intereſſe macht man „Zugeſtändniſſe“ über Zu⸗ geſtändniſſe, zu denen man vor Gott kein Recht hat. Was damit aber er⸗ reicht und nicht erreicht wird, iſt oben ſchon ausgeſprochen. Dafür, daß man ſich mit jenen Unterſcheidungen und Zugeſtändniſſen nur in neue Schwierigkeiten hineinbegibt, aus denen auch die ſogenannte Wiſſenſchaft noch keinen Ausweg gefunden hat, iſt die moderne Theologie ſelber ein Beweis. So entſteht, ſobald man zwiſchen der göttlichen und der menſchlichen Seite der heiligen Schrift unterſchieden hat, die Frage, was denn nun zur göttlichen und was zur menſchlichen Seite der Schrift zu rechnen ſei. Und was hören wir nun als Antwort auf dieſe Frage? Wenn es uns einer aus der Zahl dieſer Theologen ſelber ſagen ſoll, ſo er⸗ fahren wir von Kübel a. a. O. S. 107 f.: „Nun muß freilich zugeſtanden werden: nicht bloß herrſcht, wie die angeführten Beiſpiele zeigen, keine durchgängige Einigkeit der Anſchauung unter den Poſitiven, ſondern haupt⸗ ſächlich: kein einziger derſelben, ſelbſt Beck nicht ausgenommen, kann eine feſte, ſichere und klare Grenze beſtimmen zwi⸗ ſchen dem, was in der Bibel mit ‚Fehlgriffen‘ behaftet ſein kann und was nicht.“**) Zwar finden wir ja Verſuche, zu einer ſolchen Scheidung zwiſchen dem Göttlichen und angeblich Menſchlichen in der Schrift die nöthige Anleitung zu geben. So ſchreibt Volck: „Um die Sonderung des Gebietes des Un⸗ trüglichen von demjenigen, wo Irrthum möglich iſt, und weiter — die Scheidung vom Weſentlichen und Unweſentlichen in der Bibel vollziehen zu können, muß der Ausleger alles Einzelne ihres Inhalts beurthei⸗ len nach ſeinem Verhältniß zu dem Heil, welches in der von ihr berichteten Geſchichte verwirklicht vorliegt. Er muß zuſehen, ob und in welchem Zuſammenhange es mit demſelben ſteht.“ (Lehre und Wehre 32, S. 1.) *) Von Tholuck unterſtrichen. **) Von Kübel ſelbſt unterſtrichen.