# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1858_S251 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Literatur. 251 Feldzüge haben aufgeben müssen, richten sie sich mit Macht auf Oldenburg, wo die Kirche noch aus vielen Wunden blutet; denn theils sind dort die Pastoren noch in überwiegender Mehrzahl Rationalisten vom reinsten Wasser, theils lasten die 48er Errungenschaften auf dem Gewissen der Kirche. Da finden die Methodisten guten Boden an den Leuten, die ihr Heilsverlangen in ihrer Kirche nicht befriedigen können. Anfangs haben sie den Boden durch ihre Colportage gelockert, dann einzelne Streifzüge gemacht, jetzt sucht man in der Hauptstadt wirklich Posto zu fassen. Wir müssen es den Leuten lassen: sie haben Eifer und Verstand im Eifer; sie „umziehen Land und Wasser, daß sie einen Methodisten machen" (Matth. 23, 15). Aber des Eindrucks können wir uns nicht erwehren, daß auch sie ihre Arbeit geschäftsmäßig treiben, und daß ihnen mehr dran liegt, einen Methodisten zu machen als einen Christen; gehen sie doch in Gemeinen hinein, wo das Wort Gottes treu gepredigt wird, und die Seele also ihr Genüge hat. Was für Aussichten die Zukunft den Methodisten bietet, ist uns nicht klar; müde werden sie nicht so bald werden, weil es ihnen nie an Geld fehlt. Dazu sitzen sie in Bremen fest, haben sich daselbst eine Kirche gebaut und werden sich nicht leicht vertreiben lassen. Doch scheinen sie selbst einzusehen, daß Deutschland, besonders unser steif am Alten hangendes Norddeutschland, zu stabil für solche Schwärmgeisterei ist. Denn unser niedersächsischer Bauer schützt sich gegen solche Bekehrungsversuche, wenn er noch nicht ein bewußter Christ ist, allein schon mit der Sitte, daß sein Vater und Großvater u. s. f. doch den „alten Glauben" von Luther her gehabt und darin ihr Genüge gefunden haben. Gott Lob, daß die „gute, alte Zeit," die übrigens ja manches Schlimme mag gehabt haben, unsern Gemeinen in dieser Hinsicht noch eine Autorität ist. Der Herr wolle unsere Kirche vor dem Ueberreize des Methodismus bewahren und uns lehren, seinen Weinberg mit Zaun und Mauer zu umziehen! (Sächs. K. u. Sch.⸗Bl.) ————◆———— Literatur. Wir machen auf folgende werthvolle Werke aufmerksam: 1. Luther's Evangelien-Auslegung aus seinen homiletischen und exegetischen Werken für Schriftforscher, Prediger oder erbauungsuchende Leser zusammengestellt von C. G. Eberle, Pfarrer in Württemberg. Stuttgart, S. G. Liesching. 1857. XVI. und 1016 S. gr. Oct. Dr. Guericke sagt über dies Werk: „Eine reiche Ausbeute für die Auslegung, namentlich pastorale Auslegung der evangelischen Perikopen und der Evangelien überhaupt haben zeither schon Luthers Kirchen⸗ und Hauspostille gewährt. Luthers übrige noch vorhandene Schriftauslegungen aber sind daneben nur allzusehr ein vergrabener Schatz geblieben. Füllen sie doch gegen 24 Bände der Erlanger Aus⸗