# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der elften Verſammlung alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur.“ Nun haben die Apoſtel nicht mündlich aller Creatur das Evangelium gepredigt, aber durch ihre Schriften predigen ſie uns noch heute. Alſo iſt es ganz gleich, was die Propheten und Apoſtel geredet und was ſie geſchrieben haben. Und endlich ſchreibt Johannes in ſeiner 1. Epiſtel 1, 4.: „Und ſolches ſchrei⸗ ben wir euch, auf daß eure Freude völlig ſei.“ Vorher hatte er aufge⸗ zählt, was er alles gelehrt hatte, und dasſelbe ſchrieb er nun auch. Daher gilt's nichts, wenn die neueren Theologen ſagen: Man weiß ja, warum die Apoſtel Briefe geſchrieben haben; in Corinth war vieles zu Beleuch⸗ tende geſchehen, darum ſchrieb Paulus an ſie; und auch mit den römiſchen Chriſten wollte er ſich in Rapport ſetzen. Ja, wenn es keinen Gott gäbe, ſo hätte das Sinn. Es ſcheint freilich, als ob bei dem Schreiben der hei⸗ ligen Bücher alles zufällig und gelegentlich geſchehen ſei. Aber Gott der HErr hatte eben alle dieſe Gelegenheiten in ſeiner Hand. Die Apoſtel mögen oft geſchrieben haben, ohne daß ſie alles wußten, wozu ſie gerade das zu ſchreiben getrieben wurden, was ſie ſchrieben. Gott aber wollte, ſie ſollten der Kirche aller Zeiten eine Quelle, Regel und Richtſchnur des Glaubens hinterlaſſen. Wenn die Dorpater, nachdem ſie ſo offen ſich in ihren neueſten Schrif⸗ ten ausgeſprochen haben, dieſe unſere erſte Theſe leſen würden, ſo würden ſie ſagen: Das nachzuweiſen (nämlich daß der Grund des chriſtlichen Glaubens aufgegeben wird, wenn man die Lehre von der Göttlichkeit der heiligen Schrift dran gibt) iſt eine vergebliche Bemühung. Denn die Pro⸗ feſſoren Volck und Harnack ſagen: Die Bibel iſt gar nicht der Grund des Glaubens. Volck ſagt: „Wir ſind Chriſten, nicht weil wir an die Bibel, ſondern weil wir an Chriſtum glauben.“ (Die Bibel als Kanon. S. 53.) Seite 47 ſpottet Volck über die Leute, welche ihr Chriſtenthum nicht auf Chriſtum, ſondern auf ein Buch gründen. Denn er ſchreibt: „Die Thatſachen, welche er (Prof. F. Mühlau) vorführte, mögen denen ſehr un⸗ bequem ſein, welche ihr Chriſtenthum nicht auf Chriſtum, ſondern auf ein Buch gründen, in welchem jeder Buchſtabe eine unabänderliche, infallible Autorität beſitze.“ (A. a. O. S. 47.) Was nun Prof. Th. Harnack betrifft, ſo ſchreibt derſelbe: „Nicht iſt ſie (die heilige Schrift) der Grund ſelbſt (nämlich des Glaubens), wel⸗ cher iſt Chriſtus, das ewige fleiſchgewordene Wort (Joh. 1, 14.), und außer und neben welchem niemand einen anderen Grund legen kann und ſoll (1 Cor. 3, 11.), wollen wir anders ‚eine Behauſung Gottes im Geiſt‘ (Epheſ. 2, 20. ff.) bleiben.“ (Ueber den Kanon und die Inſpiration S. 9.) Ferner ſchreibt Harnack: „Wir glauben nicht an ein Buch, ſondern an JEſum Chriſtum, unſern HErrn und Heiland. Er allein iſt der Grund und Eckſtein der Kirche und der Fels, auf den ſie und der einzelne Gläu⸗ bige erbaut wird und ſich auferbaut.“ (A. a. O. S. 6.) Dieſe Theologen ſind den Schwärmern gleich, die da ſchreien: Der