# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der elften Verſammlung Ein glücklicher Menſch, der das ſagen kann! Freilich ſteht das feſt, daß die Bibel Gottes Wort iſt, und das ſteht auch uns feſt. Wir wollen keines⸗ wegs dies erſt feſtſtellen, auch nicht die Zuhörer, die in der Schrift Troſt, Frieden und Hoffnung gefunden haben, erſt davon zu überzeugen ſuchen, daß die heilige Schrift nur von Gott iſt, ſondern weil dieſe Lehre von ſo mancherlei Seiten angefochten wird, deswegen treten wir dafür ein. Man bedenke, alle dieſe Angriffe ſind auf die Burg unſeres Glaubens gerichtet. Und das erfüllt uns mit großer Traurigkeit. Wir wiſſen zwar, ſie werden ihr letztes Ziel nicht erreichen, denn der HErr iſt bei uns drinnen. Aber das verſetzt uns in Traurigkeit, einmal daß die Feinde ſo verblendet ſind, und zum anderen, daß ſie gar manchen Schaden anrichten. Mit David müſſen wir klagen: „Sie reißen den Grund um.“ Pſ. 11, 3. Wie näm⸗ lich bei einer Burg die Angreifer nicht bloß bald hie, bald da anſtürmen, ſondern zuweilen verſucht man auch die ganze Burg zu unterminiren, um ſie mit einem Schlag in die Luft zu ſprengen, ſo machen es auch die Feinde des Chriſtenthums. Sie greifen wohl bald dieſe bald jene Lehre an, aber ſie ſuchen vor allem auch das Fundament des chriſtlichen Glaubens zu zer⸗ ſtören. Denn fällt dieſe Lehre von der göttlichen Eingebung der heiligen Schrift, ſo iſt es um unſern ganzen Glauben bald geſchehen. Und leider geſchieht dies Anſtürmen gegen das Fundament des chriſtlichen Glaubens nicht bloß von offenbar Ungläubigen, ſondern auch von Gliedern anderer Kirchengemeinſchaften, ja, ſeit dem Rationalismus mitten in der lutheri⸗ ſchen Kirche. Es iſt gerade unſerem Jahrhundert vorbehalten, daß Theo⸗ logen, deren Name eine Zeitlang einen guten Klang in der lutheriſchen Kirche hatte, im Intereſſe der Wiſſenſchaft die heilige Schrift zerſchnitten und zerſtückelt haben. Sie geben zwar zum Theil zu, daß Gottes Wort in der Schrift enthalten iſt, allein es ſei darin auch manches Menſchliche, und das von einander zu ſondern, ſei die Aufgabe der Wiſſenſchaft. Wäre das aber der Fall, worauf ſollte dann unſer Glaube fußen können? Wer kann denn mit Gewißheit ſagen, was in der Schrift göttlich und was menſchlich ſei? Darum treten wir auf und bekennen: Die heilige Schrift iſt Gottes Wort von Anfang bis zum Ende. Zu dieſem Zeugniß ſind wir berufen; darin uns zu ſtärken, iſt unſere Aufgabe, ſonderlich weil es jetzt ſo gar Viele gibt, die keinen feſten Grund des Glaubens haben, die nicht mit Da⸗ vid ſprechen können, Pſalm 119, 120.: „Ich fürchte mich vor dir, daß mir die Haut ſchauert, und entſetze mich vor deinen Rechten.“ Denn nur wer glauben kann, daß die Schrift göttlichen Urſprungs iſt, wird ſich entſetzen vor den Rechten Gottes. Wie Luther ſagt, daß ihm ein jeglicher Spruch der Schrift die Welt zu enge mache. Und ein Grund dafür, daß gerade wir unſere warnende Stimme gegen dieſes Umſtürzen des Glaubensgrundes erheben müſſen, iſt auch der, daß unſere hieſigen amerikaniſchen Gegner die Freundſchaft der modernen Theo⸗ logen ſuchen. Kommt dieſe moderne Theologie in unſer Volk hinein, ſo