# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der elften Verſammlung ſchen iſt, ohne der Geiſt des Menſchen, der in ihm iſt, wie kann ein Menſch wiſſen, was in Gottes Herzen von Ewigkeit war und iſt! Dazu kommt, daß nur göttliche Zuſicherungen der Gnade in's arme Sünder⸗ herz Frieden bringen können. Denn der Ankläger im Buſen fußt auch auf göttlichem Grunde, auf dem heiligen Geſetze Gottes, ſoweit er richtig ur⸗ theilt. Da will das arme Herz auch göttlichen Grund ſeiner Los⸗ ſprechung von Sünden haben. Darum ſchreibt der Apoſtel Röm. 10, 17.: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.“ 1 Cor. 2, 5.: „Auf daß euer Glaube beſtehe nicht auf Menſchen Weisheit, ſondern auf Gottes Kraft.“ Was würde es auch nützen, wenn nur Petrus oder Paulus uns zuſicherten, daß wir die Vergebung der Sünden hätten, daß Gott Gedanken des Friedens über uns habe, daß das Lamm Gottes unſere Sünde getragen und wir an ihm einen Fürſprecher bei dem Vater haben? Gott muß uns das ſelber ſagen. Und mit welcher Stirn würden die Lehrer der Chriſtenheit ihres Amtes warten, wenn ſie nicht auf göttlichen Grund fußen könnten, der ſich auch als ſolcher erweiſen läßt? Schreibt doch der Prophet Micha 3, 7. ff.: „Und die Schauer ſollen zu Schanden und die Wahrſager zu Spott wer⸗ den, und müſſen ihr Maul alle verhüllen, weil da kein Gottes Wort ſein wird.“ In Betreff ſeiner ſelbſt hingegen kann er fortfahren: „Ich aber bin voll Kraft und Geiſtes des HErrn, voll Rechts und Stärke, daß ich Jakob ſein Uebertreten, und Iſrael ſeine Sünde anzeigen darf.“ Da⸗ her ſpricht der HErr zu Jeremias Kap. 1, 7.: „Sage nicht: Ich bin zu jung; ſondern du ſollſt gehen, wohin ich dich ſende, und predigen, was ich dich heiße.“ — Wie dürften wir es wagen, hinzutreten an Grab und Sarg und die Trauernden hinweiſen auf die Auferſtehung der Todten und auf die ewige Seligkeit, wenn wir dafür nicht göttlichen Grund hät⸗ ten? Wenn man uns fragte: Woher weißt du das? würde es wohl eine Thräne trocknen, wenn wir dann ſagen müßten: das iſt ſo meine Mei⸗ nung, das denke ich mir ſo, das fühle ich in meiner Bruſt? Und wie dürf⸗ ten wir es wagen, einem unruhigen aufgewachten Gewiſſen, das vor Gottes Zorn erſchrocken iſt, wenn es nun an's Sterben geht, zuzurufen: Glaube, daß Gott dir deine Sünden aus Gnaden um Chriſti willen vergibt, glaube, daß kein Tod dich tödten kann, — wenn wir ihm nicht ſagen könnten: das ſagt dein Gott ſelbſt, und ehe dieſer Troſt ſollte fehlen, eher müßte Gott aufhören die Wahrheit zu ſein? Nur wenn wir ſprechen können: So ſpricht der HErr! nur dann können wir auch fremder Lehre getroſt ent⸗ gegentreten unangeſehen Perſon und Gelehrſamkeit; nur dann können wir fröhlich die falſche Lehre verwerfen. Und das iſt dann kein Dünkel oder Rechthaberei. Ja, nur wenn wir ſprechen können: So ſpricht der HErr! können wir auch in unſeren Gemeinden mit rechter Feſtigkeit und voller Berechtigung rechte chriſtliche Zucht üben und allen Geiſtern entgegentreten, die ſich wider Gott erheben.