# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 11 Schein zu geben, auch die Schrift anführten. So berichtet Irenäus von den Valentinianern: „Vermittelſt einer leichtfertigen Auslegung ſchöpfen ſie ihre Beweiſe aus den evangeliſchen und apoſtoliſchen Schriften.“ In die Fußſtapfen Jener ſind unſere lutheriſchen Lehrväter, ihnen allen voran Dr. Luther, getreten; und das iſt auch unſere, als ihrer ſpätgeborenen Söhne, Art und Weiſe. Nach der Schrift urtheilen wir, wenn es gilt zu entſcheiden, ob eine Lehre von Gott oder nur menſchliche Meinung ſei. Wir wiſſen aus der Schrift und nur aus der Schrift und lehren nach der Schrift, daß Gott dreieinig iſt, die Welt in ſechs Tagen durch Gottes Allmachtswort geſchaffen, daß der Menſch nach dem Bilde Gottes gemacht iſt, daß Chriſtus, Gottes und Davids Sohn, die ganze Menſchheit erlöſt hat, am dritten Tage auferſtan⸗ den, gen Himmel gefahren iſt, ſich zur Rechten Gottes geſetzt hat und einſt die Welt richten wird. Wir wiſſen aus der Schrift und nur aus der Schrift und lehren nach der Schrift, daß der Heilige Geiſt durch kräftige Berufung alle zu Chriſto führen und im Glauben erhalten will, und ebenſo, daß zwar viele berufen, aber wenige auserwählt ſind, und nur dieſe Auserwählten ſelig werden, ganz gewiß ſelig werden, und zwar nicht des⸗ halb, weil Gott auf ihr Thun oder Verhalten Rückſicht genommen hätte und darum ſie ſelig machte, ſondern aus lauter Gnade und Barmherzigkeit. Alles, was dieſen Lehren der Schrift entgegenſteht, ſei es Arianis⸗ mus oder Socinianismus, Rationalismus oder Calvinismus oder Syner⸗ gismus in irgend welcher Form bis in die neueſten Tage, das verwerfen wir fröhlich und von ganzem Herzen als Irrthum, Lug und Trug. Wir erkennen niemand als Glaubensbruder an, der wiſſentlich eine Wahrheit nicht annimmt, die klar in Gottes Wort geſchrieben ſteht. Ja, wir ſtudiren die Worte der heiligen Schrift und wenden Zeit und Koſten dran, damit wir die einzelnen Worte immer beſſer verſtehen lernen. Wozu anders er⸗ richten wir Schulen und Anſtalten als zu dem Zweck, daß immer mehr rechte Schriftausleger herangebildet werden? Wir verpflichten unſere Prediger auf die Bekenntniſſe, weil ſie mit der heiligen Schrift übereinſtimmen. Das alles kann aber nur dann ſeine Berechtigung haben, wenn die heilige Schrift ein ganz feſter Grund des Glaubens und der Lehre iſt. Und ein ſolcher feſter Grund iſt ſie nach 2 Petr. 1, 19.: „Wir haben ein feſtes prophetiſches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr drauf achtet, als auf ein Licht, das da ſcheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenſtern aufgehe in euren Herzen.“ Und Tit. 1, 9. heißt es: „Und halte ob dem Wort, das gewiß iſt und lehren kann, auf daß er mächtig ſei zu ermahnen durch die heilſame Lehre und zu ſtrafen die Widerſprecher.“ Aber ein ſolcher feſter Grund des Glaubens kann die heilige Schrift nur dann ſein, wenn ſie Gottes eigenes Wort iſt. Denn es handelt ſich in dieſem Buche um Gottes Gedanken und ſeine Rathſchlüſſe über die gefallene Menſchheit. und wenn ſchon nach 1 Cor. 2, 11. kein Menſch weiß, was im Men⸗