# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1886. 9 der Lehre, in welcher du unterrichtet biſt.“ Und Johannes ſchreibt in ſeinem Evangelium, Kap. 20, 31.: „Dieſe aber ſind geſchrieben, daß ihr glaubet, JEſus ſei der Chriſt, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in ſeinem Namen.“ Auch ſeine Briefe hat er zu gleichem Zweck verfaßt, wie wir leſen 1 Joh. 5, 13.: „Solches habe ich euch geſchrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes, auf daß ihr wiſſet, daß ihr das ewige Leben habet, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes.“ Alſo die Chriſten, die ſchon im Glauben ſtanden, die ſollen Fortdauer ihres Glaubens gewinnen durch die Schriften, welche ihnen der Apoſtel zuſtellt. Nun gehört zum Glauben zunächſt Erkenntniß. Aus uns ſelbſt können wir ja keine Erkenntniß göttlicher Wahrheiten haben. Denn es weiß niemand, was in Gott iſt, ohne der Geiſt Gottes. Ohne die gött⸗ liche Offenbarung iſt lauter Unwiſſenheit bei uns in göttlichen Dingen, wie geſchrieben ſteht 1 Tim. 6, 3—5.: „So jemand anders lehret und bleibet nicht bei den heilſamen Worten unſers HErrn JEſu Chriſti und bei der Lehre von der Gottſeligkeit; der iſt verdüſtert und weiß nichts, ſondern iſt ſeuchtig in Fragen und Wortkriegen, aus welchen entſpringet Neid, Hader, Läſterung, böſer Argwohn, Schulgezänke ſolcher Menſchen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt ſind, die da meinen, Gottſeligkeit ſei ein Gewerbe.“ Daher der Heiland die Unwiſſen⸗ heit der ungläubigen Juden und aller, die blind blieben gegen die ſelig⸗ machenden Wahrheiten des Evangelii, daraus erklärt, daß ſie die Schrift nicht wußten, indem er ſpricht Matth. 22, 29.: „JEſus aber antwortete und ſprach zu ihnen: Ihr irret und wiſſet die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes.“ Es iſt hiernach ein Zuſammenhang zwiſchen Irrthum, Unwiſſenheit in göttlichen Dingen und Unkenntniß der Schrift; und daß dieſer Zuſammenhang ein urſachlicher ſei, geht noch deutlicher hervor aus der Parallelſtelle Marc. 12, 24., wo es heißt: „Da antwortete JEſus und ſprach zu ihnen: Iſt's nicht alſo? Ihr irret, darum, daß ihr nichts wiſſet von der Schrift noch von der Kraft Gottes.“ Hingegen erſehen wir aus 2 Tim. 3, 15., wie Paulus ſeinen Sohn Timotheus zur Ge⸗ winnung der rechten geiſtlichen Weisheit auf die Schrift verweiſt, in wel⸗ cher Timotheus ſchon von Jugend auf unterrichtet war. Wer uns alſo die Schrift nimmt, der nimmt uns den Quell der geiſtlichen Erkenntniß, ohne den wir nichts in göttlichen Dingen erkennen können und in lauter Irrſal gerathen müſſen. Zum wahren Glauben gehört ferner die Zuverſicht nach Ebräer 11, 1.: „Es iſt aber der Glaube eine gewiſſe Zuverſicht deß, das man hoffet, und nicht zweifeln an dem, das man nicht ſiehet.“ Und auch in⸗ ſofern der Glaube Zuverſicht iſt, gründen wir ihn auf das Wort der Schrift. Nur auf Grund der Schrift ſagen wir 2 Tim. 1, 12.: „Ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine