# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1858_S250 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 250 Hannover. haben; so wird sie kein Gelüsten anwandeln, bei uns einzukehren, um uns zu zeigen, wie wir unser Capital verwerthen sollen. Durch die ref. Bewegung, welche sich wohl an den ref. Vereinigungen auf den Kirchentagen mag entzündet haben, ist für Hannover ein Bollwerk mehr gegen den Angriff der Union, welche ja noch immer großartige Eroberungspläne macht, erbaut worden. Der Herr gebe uns die rechte Treue, bei der Treue aber auch die Liebe! * * * Einen Feind, den unserem Königreiche Hannover seine Lage am Meere und die Nähe der Städte Hamburg und Bremen bringt, kennen unsere luth. Brüder in Sachsen nur erst wenig. Es ist das englische und besonders das amerikanische Sekten-Wesen. Daß in Hamburg die Vorburg der Wiedertäuferei ist, wird hinlänglich bekannt sein. Oncken, das Haupt der Baptisten, treibt das Geschäft en gros; es werden nicht blos eine Masse von Traktaten durch viele Colporteure in die Welt hinausgesandt, es ist jetzt auch eine „verbesserte" Bibelübersetzung herausgekommen, vor der man die Gemeinen ernstlich warnen muß. Die sogen. Prediger durchziehen nun unser Land und finden natürlich immer noch hie und da eine Beute, zumal in den Conventikeln, welche bei uns zwar durch die wachsende kirchliche Einfalt und Ruhe mehr und mehr verdrängt werden, aber doch noch manchen Orts aus der Zeit der ersten Erweckung in unsere Zeit hereinragen. Die Baptisten werden, durch ihre Anerkennung auf der evangel. Alliance in Berlin ermuthigt, gewiß ihrer Beutelust von jetzt an noch weniger Zwang anthun als bisher. — Mit mehr Erfolg noch arbeiten von Bremen aus die Episkopal-Methodisten. An ihrer Spitze steht der Pastor Jacobi, dem im Ganzen — wie ich höre — vier Prediger assistiren. Nachdem sie vor etwa acht Jahren von Amerika als „Missionäre" herübergesandt waren, von wo aus sie noch immer sehr bedeutende Unterstützungen beziehen, wurde es ihnen vorzüglich durch den haltlosen Zustand der bremischen Kirchenverfassung, durch die Dülon'schen Wirren, durch die Bekenntnißlosigkeit der bremischen ref. Kirche, in welcher bis vor Kurzem jeder Pastor seinen eigenen Katechismus hatte, möglich, bald sich einen bedeutenden Anhang zu verschaffen. Die Abendgottesdienste, die eifrig betriebenen Sonntagsschulen, die Verbreitung von Kinderschriften, besonders des „Kinderfreundes", thaten treffliche Dienste. Die Reformirten thaten ihnen Haus und Herz auf, bis sie merken mußten, daß man ihnen die angeregten Leute entführte, die Todten aber eben so wenig erwecken konnte wie sie selbst. In Hannover stießen die Methodisten alsbald auf entschiedenen Widerstand. Doch versuchten sie immer wieder, in die an Bremen angrenzenden Gemeinen einzubrechen, bis ihnen von der Polizei anbefohlen wurde, ihre Eroberungszüge unterwegs zu lassen. Das Missioniren lassen sie jetzt, aber das Colportiren treiben sie um so reichlicher; dazu schicken sie ihren „Evangelisten", der alle 14 Tage erscheint, umher, nicht blos in Norddeutschland, sondern auch nach Würtemberg und der Schweiz. — Seit sie in unsern, durch des Herrn Gnade wieder einigermaßen belebten, Gemeinen ihre