# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der elften Verſammlung einander: Brannte nicht unſer Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?“ Vergleiche auch Luc. 24, 44. 45.: „Er aber ſprach zu ihnen: Das ſind die Reden, die ich zu euch ſagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir ge⸗ ſchrieben iſt im Geſetz Moſis, in den Propheten und in Pſalmen. Da öffnete er ihnen das Verſtändniß, daß ſie die Schrift verſtunden.“ Ja, daß die ungläubigen Juden den Worten des Meſſias, von Gott geſandt, nicht glaubten, führt Chriſtus auf den Grund zurück, daß ſie nicht glauben woll⸗ ten der Schrift des Alten Teſtamentes, indem er ſpricht Joh. 5, 46. 47.: „Wenn ihr Moſi glaubtet, ſo glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geſchrieben. So ihr aber ſeinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Dieſelbe Praxis, welche uns bei Chriſtus, dem HErrn, entgegentritt, finden wir auch bei den Apoſteln. Von Paulo heißt es Apoſt. 17, 2.: „Nachdem nun Paulus gewohnet war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen auf drei Sabbathen aus der Schrift.“ Das that er alſo nicht, um ſich den damaligen Verhältniſſen anzubequemen, ſondern es war ſeine Gewohnheit überall. Dasſelbe hören wir Apoſt. 28, 23.: „Und da ſie ihm einen Tag beſtimmten, kamen Viele zu ihm in die Herberge, welchen er auslegte und bezeugete das Reich Gottes, und predigte ihnen von JEſu aus dem Geſetze Moſis und aus den Propheten, von frühe Morgen an bis an den Abend.“ Und Kap. 26, 22. ſpricht der Apo⸗ ſtel ſelbſt: „Aber durch Hülfe Gottes iſt es mir gelungen, und ſtehe bis auf dieſen Tag und zeuge beide dem Kleinen und Großen; und ſage nichts außer dem, das die Propheten geſagt haben, daß es geſchehen ſollte, und Moſes.“ Wie er aber mündlich aus der Schrift predigt, ſo auch ſchriftlich nach der Schrift, wie er z. B. 1 Cor. 15, 3. ſagt: „Denn ich habe euch zuvörderſt gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Chriſtus geſtorben ſei für unſere Sünden, nach der Schrift.“ Und dies finden wir in allen Briefen der Apoſtel, daß ſie fort und fort zeigen, wie ſie, was ſie zu glauben und zu lehren uns vorlegen, gründen auch auf die Schrift des Alten Teſtamentes. Daher die ſo häufig wiederkehrende Anführung der Worte der Propheten. Auch die heiligen Evangeliſten waren ſtets darauf bedacht, die göttliche Planmäßigkeit der heiligen Ge⸗ ſchichte des Neuen Teſtamentes, der großen Thaten Gottes von der Geburt, dem Leiden und der Auferſtehung JEſu Chriſti aus dem Alten Teſtament zu erweiſen, wie uns, um nur ein Beiſpiel anzuführen, dies beſonders ge⸗ häuft entgegentritt in der Leidensgeſchichte nach Johannes, Kap. 19, 24. 28. 36. 37., wo es immer heißt: „Auf daß die Schrift erfüllet würde.“ Ja, gerade dies war der Zweck der Verabfaſſung auch der neuteſta⸗ mentlichen Schriften, daß die Chriſten in ihrem Glauben an Chriſtum ge⸗ ſtärkt und gewiß gemacht würden. So verfaßt St. Lucas ſein Evangelium, wie er ſelbſt angibt Kap. 1, 4.: „Auf daß du gewiſſen Grund erfahreſt