# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1886_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der elften Verſammlung und Propheten. Was verſteht er unter dieſem Grunde? Will er ſagen, daß die Apoſtel und Propheten ſelbſt der Grund ſeien, darauf die Chriſten erbauet ſind? In alter und neuerer Zeit iſt das vielfach ſo ausge⸗ legt worden. Um nur Einen anzuführen, der ſich zu den lutheriſchen Theo⸗ logen rechnet, ſo ſchreibt v. Hofmann: „Wie der Eckſtein Chriſtus JEſus perſönlich iſt, wie die über dem Grundbau draufgebauten Steine die Chriſten ſind, ſo muß auch, wenn der Apoſtel in ſeinem Bilde verblieben ſein ſoll, der Grundbau in Perſonen beſtehen.“ (Der Brief Pauli an die Epheſer, S. 101.) Aber Paulus ſagt gar nicht von ſich, daß er der Grund mit ſei, ſon⸗ dern er hat den Grund legen helfen, und als ein weiſer Baumeiſter hat er keinen menſchlichen Grund, ſondern einen ewig bleibenden Grund gelegt. Dieſe Auslegung v. Hofmann's gilt aber auch deswegen nicht, weil ſelbſt Chriſtus nicht der Grund der Kirche iſt in Anbetracht deſſen, daß er eine Perſon iſt, ſondern ſofern er der Heiland ſeiner Gläubigen iſt. So ſind auch die Chriſten nicht auf den Grund als lebendige Steine erbaut dadurch, daß ſie Perſonen ſind, ſondern ſofern ſie gläubig ſind an Chriſtum. Ver⸗ gleiche Gal. 3, 26.: „Denn ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glau⸗ ben an Chriſto JEſu.“ 1 Petr. 2, 7.: „Euch nun, die ihr glau⸗ bet, iſt er“ (nämlich der Eckſtein Chriſtus) „köſtlich.“ Col. 2, 7.: „Und ſeid gewurzelt und erbauet in ihm, und ſeid feſte im Glauben“ ꝛc. Col. 1, 23.: „So ihr anders bleibet im Glauben gegründet und feſte und unbeweglich von der Hoffnung des Evangelii, welches ihr gehöret habt, welches geprediget iſt unter aller Creatur, die unter dem Himmel iſt, welches ich Paulus Diener worden bin.“ In dieſer letzteren Stelle wird das Evangelium, das Paulus gepredigt hat und das bis an's Ende gepre⸗ digt werden ſoll, als das Fundament dargeſtellt, darauf die Chriſten im Glauben gegründet ſind und im Glauben gegründet bleiben ſollen. Das Evangelium iſt alſo der Grund, darauf die ganze Chriſtenheit ruht. So legt es unter Anderen Balduin aus, wenn er ſchreibt: „Das Fundament des Hauſes iſt die apoſtoliſche und prophetiſche Lehre, aus welcher allein man ermitteln kann, wie man recht glauben und fromm leben ſoll. . . Aus dieſem Funda⸗ ment alſo haben die Frommen in der Kirche die Gewißheit ihres Glaubens und ihrer Seligkeit, weil ihr Glaube aus der Schrift der Apoſtel und Pro⸗ pheten gewonnen und daſelbſt auch ihre Seligkeit gegründet iſt.“ (Comm. in omn. epp. Pauli p. 887.) Es ſteht dies keineswegs im Widerſpruch mit 1 Cor. 3, 11., wo wir leſen: „Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſt.“ Denn gerade in den Predigten der Apo⸗ ſtel und Propheten iſt ja Chriſtus, der HErr, das A und das O. Apoſt. 3, 18.: „Gott aber, was er durch den Mund aller ſeiner Propheten zuvor verkündiget hat, wie Chriſtus leiden ſollte, hat's alſo erfüllet.“ Kap. 10,