# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 90 Verhandlungen der zehnten Verſammlung V. Heidenmiſſion. Ein Glied der Conferenz ſprach in warmen Worten für ſofortigen Angriff einer Heidenmiſſion und nannte Japan als einen vielleicht geeigne⸗ ten Ort, da Japan durch Amerika dem Weltverkehr geöffnet und zwiſchen Japaneſen und Amerikanern eine gewiſſe Sympathie vorhanden iſt, wäh⸗ rend von Deutſchland Lehrer nach Japan importirt wurden, die ihren Un⸗ glauben dort ausgebreitet haben. Dazu kommt, daß in unſeren Gemein⸗ den das Verlangen iſt nach Heidenmiſſion. Es gehen immer Gelder dafür ein. Hierauf wurde geantwortet einerſeits: Man dämpfe ja dieſen Geiſt in unſeren Gemeinden nicht. Denn es iſt wahr, wir haben die heilige Pflicht, Miſſion zu treiben. Wenn alle Chriſten der ganzen Welt dieſer Pflicht nachgekommen wären, ſo gäbe es keinen Heiden, dem nicht das Evangelium gepredigt worden wäre. Denn es gibt genug Chriſten, um allen Heiden das Evangelium zu bringen. Und doch iſt es nicht geſchehen. Es iſt eine ganz furchtbare Schuld, daß ſo viele Heiden dahingeſtorben ſind, ohne daß ihnen das Wort Gottes gebracht worden iſt. Andererſeits wurde aber auch dies betont: So wahr das eben Ge⸗ ſagte iſt (und das wird jeder zugeben), ſo iſt für uns die Frage: Thun wir denn wirklich gar nichts? Kommen wir dem Befehl JEſu Chriſti: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur“ nicht nach? Wenn von außen berichtet wird über Miſſionen, wie z. B. in Herzogs Encyclopädie ſich ein allgemeiner Bericht findet, ſo ſteht bei Aufführung der einzelnen Körperſchaften in Amerika hinter dem Namen der Synodal⸗ conferenz ein langer Strich, womit man der Welt ſagen will: Da ſeht ihr, was das für Leute ſind; die bekümmern ſich nichts um das Werk der Miſſion; die haben nur immer Streitigkeiten über die Lehre unter ſich abzumachen; aber für ſolche herrliche Arbeit haben ſie keinen Sinn. Iſt das aber wahr? Im Gegentheil, wir haben eine Negermiſſion, eine Juden⸗ miſſion und vor allem das große Werk der inneren Miſſion an den armen eingewanderten Glaubensgenoſſen, wodurch wir ſchon Tauſende und aber Tauſende errettet haben aus den Händen der Secten und namentlich auch der Ungläubigen. Davon erwähnt man kein Wort. Aber freilich; das glänzt nicht ſo in den Augen vieler. Es hat allerdings einen etwas fröm⸗ meren Schein, einen Miſſionar in ferne Heidenländer zu ſenden. Nun wollten wir ja gern auch das thun. Aber wir ſind überzeugt, daß wir das nicht eher thun können und ſollen, als bis uns Gott einen deutlichen Wink dazu gibt. Und ein ſolcher Wink iſt vor allem, daß er uns Männer gibt, die den rechten Geiſt, die dazu nöthigen Gaben und Fähig⸗ keiten beſitzen. Man übertreibt in ſchwärmeriſcher Weiſe, wenn man denkt, man müſſe, nur um eine Miſſion unter den Heiden zu haben, ge⸗ ſchwind ein Land und Volk ſuchen, woran man miſſionirt, und es fehlt uns