# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 83 ihrer treuen und ſchweren Arbeit nicht Noth leiden zu laſſen, mußte die Commiſſion in letzter Zeit ſich ſchon um zeitweilige Hilfe an den Allgemei⸗ nen Kaſſirer der Miſſouri⸗Synode wenden. Die Ehrw. Synodal⸗Conferenz wolle doch dem Umſtande, daß innerhalb ihrer Grenzen es an vielen Orten an Intereſſe für die Negermiſſion mangelt, ihre beſondere Aufmerkſamkeit widmen. Ihre Commiſſion iſt der Anſicht, daß der Stand der Negermiſſion ein ſolcher iſt, daß dieſe Miſſion bei allen unſeren Chriſten Intereſſe er⸗ wecken ſollte. Wir können nicht von Maſſenbekehrungen berichten. Aber immerhin zählt unſere junge Miſſion 80 Communicanten, die durch einen ſorgfältigen Unterricht in der reinen Lehre des Wortes Gottes gewonnen ſind. Man denke auch an die 300—400 Schulkinder, welche tagtäglich in unſern Miſſionsſchulen unterrichtet werden. Wir dürfen hoffen, und haben es zum Theil auch ſchon erfahren, daß doch wenigſtens ein Theil dieſer Schüler für die Kirche gewonnen wird und in ihnen eine lutheriſche Genera⸗ tion heranwächſt. Ihre Commiſſion iſt der Anſicht, daß die Ehrw. Syno⸗ dal⸗Conferenz nicht bloß die Negermiſſion in ihrem jetzigen Beſtande zu er⸗ halten ſuchen, ſondern die zwei⸗ und dreifache Kraft an dieſelbe ſetzen ſollte. Wir erlauben uns, auf Folgendes hinzuweiſen: Nach dem Bericht unſeres Miſſionars gibt es in New Orleans noch Tauſende von kirchlich unverſorg⸗ ten Negern. Wenn auch hin und wieder unter ihnen ſchwarze Prediger aufträten, ſo ſei doch deren Predigt keineswegs eine chriſtliche zu nennen, da ſie auch nicht einmal Theile der chriſtlichen Lehre vortrügen. Ferner lenken wir die Aufmerkſamkeit wieder auf die Landdiſtricte der Südſtaaten, namentlich von Louiſiana. Hier fand einer unſerer früheren Miſſionare bei einer Reiſe durch dieſes Gebiet viele kirchlich unverſorgte Neger. Und daß dieſer Stand der Dinge ſich noch nicht geändert habe, dafür mag als Beleg Folgendes aus einer Secten⸗Zeitſchrift angeführt werden. Im „Congregationaliſt“ ſchreibt ein Correſpondent aus dem Süden: „Im Sü⸗ den gibt es beinahe 7 Millionen Schwarze, nicht ein Viertel von dieſen wird von dem Einfluß des Chriſtenthums erreicht. .. Die Hauptbevölkerung (im Süden) findet ſich in den Weilern und Dörfern und der größere Theil ſind Neger, die in Unwiſſenheit und Sünde dahinleben. Offenbar können dieſe vielen Hunderttauſende nicht durch weiße Miſſionare erreicht werden; das muß durch Leute ihrer eigenen Raſſe geſchehen. Wenn hier, was die Zahlen anlangt, auch vielleicht etwas übertrieben iſt, ſo liegt dieſer Be⸗ ſchreibung doch offenbar ein gut Theil Wahrheit zu Grunde. Was will die Ehrw. Synodal⸗Conferenz bei dieſer Lage der Dinge thun? Wenn ſie es als ihre Pflicht erkennt, die Pflöcke der Hütte der Negermiſſion weiter zu ſtecken, ſo würde die Commiſſion vorſchlagen, 1.) einen zweiten Miſſionar in New Orleans anzuſtellen, der eine dritte Schule und dritte Predigtſtation daſelbſt eröffne. Es erſcheint uns von großer Wichtigkeit, der Miſſion in New Orleans eine möglichſt breite Baſis zu ſchaffen. Eine Gemeinde ſtärkt dann die andere, und unſere Miſſion würde der großen Negerbevölkerung