# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S79 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 77 Herr Paſtor Kügele betonte wiederholt und ausdrücklich, daß er weit davon entfernt ſei, auf Koſten der deutſchen Gemeinden eine engliſche Synode zu verlangen, indem man etwa nun ſchnell überall, wo deutſche Gemeinden ſind, um der engliſch redenden lutheriſchen Jugend willen, eng⸗ liſche Gemeinden gründen ſolle, und dieſe dann zu einer engliſchen Synode zu verbinden. Die Anfrage richte ſich vielmehr nur dahin, ob jetzt ſchon engliſches lutheriſches Material genug vorhanden ſei zu Gründung einer engliſchen Synode, und wenn dies der Fall ſei, in welcher Weiſe dies dann am beſten geſchehen könnte. Es wurde nun gezeigt, daß vorläufig noch nicht genügend engliſche Gemeinden vorhanden ſind, um eine engliſche Synode zu gründen. An dieſe Beſprechung knüpfte ſich dann die Frage: Ob nicht um des aus den deutſchen Gemeinden ſich amerikaniſirenden jungen Volkes willen, namentlich in größeren Städten, eine engliſche Miſſion ins Leben gerufen werden ſollte? Dem wurde aber entgegengehalten, daß die Erfahrung in allen größeren Städten zeige, daß das junge Volk, welches ſich der luthe⸗ riſchen Kirche entziehe, obwohl amerikaniſirt, nicht in engliſche Gemeinden übergehe, ſondern vielmehr ganz der Welt anheimfalle. Die Urſache, warum viele junge Leute unſere Gemeinden verlaſſen, iſt, daß ſie unſere Zucht haſſen. Und ſolche werden dann ebenſowenig in unſere zu gründen⸗ den engliſchen Gemeinden mit gleicher Zucht eintreten. Man kann uns deswegen nicht vorwerfen, wie das Gerücht ſchon hie und da verbreitet wor⸗ den iſt, daß wir alles Engliſche haßten. Wird doch dies ſchon zur Genüge durch die Herausgabe des „Lutheran Witness“ innerhalb der Miſſouri⸗ Synode widerlegt, ſowie auch dadurch, daß der Weſtliche Diſtrict derſelben ſich der engliſchen Lutheraner im Staate Miſſouri angenommen hat, eine Verbindung mit ihnen eingegangen iſt, ſie beſucht und viſitirt, während die Ohioſynode damals ſchon, als ſie noch mit uns in Verbindung ſtand, eine Vereinigung mit dieſen engliſchen Lutheranern abwies. Hierauf wurde beſchloſſen, daß die Synodalconferenz es da⸗ für halte, daß es noch nicht an der Zeit ſei, jetzt ſchon zur Gründung einer engliſchen Synode zu ſchreiten, weil es theils an engliſchen Paſtoren und theils an engliſchen Ge⸗ meinden mangelt. Nichts deſto weniger ſollte man dies Ziel im Auge behalten. Paſtor Kügele wurde daher durch einſtimmigen Beſchluß ermuntert, wo ſich ihm die Gelegenheit dazu biete, mit anderen engliſch⸗lutheriſchen Paſtoren und Gemeinden ſich in Verbindung zu ſetzen, und ſo etwa für ſpäter eine eng⸗ liſche Synode anzubahnen. Schließlich wurde noch Herr Präſes J. H. Niemann beauftragt, ein freundliches Schreiben an die Gemeinde Herrn Paſtor Kügeles über die hierüber gepflogenen Verhandlungen zu richten.