# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S75 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 73 III. Unſere dritte Theſis endlich lautet: „Es iſt darum ſo verwerf⸗ lich, Sachen des Glaubens aus den Schriften der Väter begründen und die Gewiſſen an die Lehrentſcheidungen derſelben binden zu wollen, weil es ein Abfall von dem Haupt⸗ grundſatz der Kirche der Reformation iſt.“ Die Zeit litt es leider nicht, auch dieſe Theſe ausführlich zu behandeln. Um jedoch die Sache einigermaßen zum Abſchluß zu bringen, legte der Herr Referent wenigſtens die wichtigſten Zeugniſſe aus unſeren Bekenntniſſen dafür vor, daß es ein Hauptgrundſatz der Kirche der Reformation war, Glaubensſachen nicht aus den Schriften der Väter, ſondern allein aus der heiligen Schrift zu begründen und daher auch die Gewiſſen nicht an die Lehrentſcheidungen der Väter zu binden. In den Schmalkaldiſchen Artikeln leſen wir: „Gottes Wort ſoll Artikel des Glaubens ſtellen, ſonſt niemand, auch kein Engel.“ (Th. II, Art. 2. fol. 138 b.) In der Concordienformel heißt es: „Wie wir Gottes Wort als die ewige Wahrheit zum Grunde legen, alſo auch dieſe“ (unſere erſten ſymboliſchen) „Schriften zum Zeugniß der Wahrheit und für den ein⸗ helligen rechten Verſtand unſerer Vorfahren, ſo bei der reinen Lehre ſtand⸗ haftig gehalten, einführen und anziehen.“ (Wiederh. und Erkl. Von dem ſummar. Begriff. S. 571.) Alſo auch das Bekenntniß ſoll nicht dem Worte Gottes gleichgeſtellt, ſondern behandelt werden als eine menſchliche Schrift, nur daß dieſe das aus Gottes Wort gewonnene Bekenntniß der rechtgläubigen Kirche iſt. Ferner leſen wir in der Concordienformel: „So bekennen wir uns auch zu derſelben erſten ungeänderten Augsburgiſchen Confeſſion nicht derwegen, daß ſie von unſern Theologen geſtellt, ſondern weil ſie aus Gottes Wort genommen und darinnen feſt und wohl gegründet iſt.“ (Wiederholung und Erkl. Von dem ſummar. Begriff. S. 569.) Das iſt eine überaus wichtige Stelle für uns. Denn nicht deswegen halten wir hiernach die Augsburgiſche Confeſſion, dieſes Grundbekenntniß unſerer Kirche, für ein ſolch wichtiges Document, das wir mit Freuden unterſchreiben, weil ſie von ſo hocherleuchteten Männern aufgeſtellt iſt, ſon⸗ dern weil ſie mit Gottes Wort ſo genau übereinſtimmt. Endlich bekennt noch die Concordienformel: „Dieſe öffentliche gemeine Schriften ſind in den reinen Kirchen und Schulen allwege gehalten worden als die Summa und Vorbild der Lehre, welche Dr. Luther ſel. in ſeinen Schriften aus Gottes Wort wider das Pabſtthum und andere Secten ſtattlich ausgeführet und wohl gegründet hat; auf welches ausführliche Er⸗ klärungen in ſeinen Lehr⸗ und Streitſchriften wir uns gezogen haben wollen