# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Verhandlungen der zehnten Verſammlung Hieron. XIX [LXXXII]. Cf. opp. ed. a Benedictin. Tom. II, p. 251 sq.) Luther, welcher dieſe Worte wiederholt anführt, macht an einer Stelle dazu folgende höchſt charakteriſtiſche Bemerkung: „Daß nur mir nicht ein frommer feiner Mann ſolche Briefe zuſchriebe und bäte mich, daß ich meine Bücher nicht wollte gleich achten der Apoſtel und Propheten Büchern, wie St. Auguſtin St. Hieronymo zuſchreibet! Ich würde mich zu Tode ſchämen.“ (Von Conciliis und Kirchen. XVI, 2636.) Wo ſind die Leute jetzt, die ſich zu Tode ſchämen würden, wenn man ihnen ſagen muß: Ihr ſtellt Menſchenbücher gleich den Büchern der Apoſtel und Propheten? Wüthend werden ſie vielmehr über ſolchen Vorhalt. Wie Auguſtinus in Abſicht auf Cyprian ſtand, zeigen folgende Worte: „Wir thun Cyprian kein Unrecht, wenn wir zwiſchen allen ſeinen Schriften und der kanoniſchen Autorität der göttlichen Schriften unter⸗ ſcheiden.“ (Merkwürdig! Die vom Heiligen Geiſt eingegebenen Bücher wurden gleich kanoniſch genannt, Kanon heißt aber Regel, Richtſchnur. Damit hat die alte Kirche angezeigt, daß andere Bücher keine kanoniſchen ſind, man ſich alſo nach ihnen nicht als Regel des Glaubens richten ſoll. Die alte Kirche ſagt ausdrücklich: wir haben nur Einen Kanon. Aber unſere Gegner ſagen mit ihrer Berufung auf die Väter eigentlich: ſo ein Bischen kanoniſch ſind die Schriften der Dogmatiker doch auch. Aber nein! ſie ſind wohl Zeugen, aber nicht Kanones, ſondern werden geregelt durch die Schrift.) „Denn nicht ohne Urſache iſt mit ſo heilſamem Bedacht der kirchliche Kanon feſtgeſetzt worden, zu welchem gewiſſe Bücher der Pro⸗ pheten und Apoſtel gehören, die wir durchaus nicht zu richten wagen dürfen und nach welchen wir über die übrigen Schriften ſowohl der Gläubigen als der Ungläubigen frei richten ſollen. . . In deiner Schrift führſt du Worte Cyprians aus deſſen Briefe an Jubaianus an, um damit zu be⸗ weiſen, es ſei ſeine Meinung geweſen, daß diejenigen in der rechtgläubigen Kirche getauft werden müßten, welche in einer Secte oder Spaltung ge⸗ tauft worden ſeien. Ich achte mich durch die Autorität dieſes Briefes nicht gebunden, weil ich Cyprians Schriften nicht für kano⸗ niſch halte, ſondern dieſelben nach den kanoniſchen beurtheile, und was darin mit der Autorität der göttlichen Schriften übereinſtimmt, mit ſeinem Lobe annehme, was aber nicht damit übereinſtimmt, ohne ihm zu nahe treten zu wollen, verwerfe.“ (So hohen Reſpect und ſo große Liebe und Ehrfurcht auch Auguſtinus vor Cyprian hatte: ging derſelbe von der Schrift ab, ſo ließ er ſich auch durch ſeine Autorität durchaus nicht zu blinder Zuſtimmung bewegen, ſondern ſtellte ihn unter die Schrift, jedoch ohne ihn um ſeines Irrthums willen zum Ketzer zu machen. So auch wir. Wir wollen die Dogmatiker für kein Geld und Gut hergeben, ſo lieb und werth ſind ſie uns. Aber wo ſie von der Schrift abweichen, da ſagen wir uns von ihnen los. Glaube man nur um Gottes willen nicht, daß das von uns aus ſchändlichem Eigendünkel geſchehe und als ob wir uns für