# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 67 läßt er dieſelben ohne Auslegung und folgt der Meinung der Schrift.“ (Der heilige Cyprian hatte darin geirrt, daß er lehrte, alle, welche in einer Secte getauft ſeien und ſpäter in die rechtgläubige Kirche aufgenommen werden wollten, müßten noch einmal getauft werden. Das war ein offen⸗ barer Fehler. Auguſtinus ſagt aber: Das nehme ich nicht an; aber des⸗ wegen mache ich ihn nicht zum Ketzer, denn er ſteht dennoch auf dem rechten Fundament des ſeligmachenden Glaubens.) „Und es iſt werth, darauf zu achten, daß vor Auguſtins Zeiten von vielen der Autorität der Väter zu viel zugeſchrieben wurde.“ (Das iſt ſehr wichtig. Vor Auguſtin fing man ſchon an, anſtatt der Schrift die Kirchenväter zu citiren. Und zwar gerade das, worin ſie geirrt hatten. Und welch einen Haufen von Irrthümern hatte z. B. ſchon Origenes! Aber, ſagt Auguſti⸗ nus, hinweg damit, ſelbſt wenn es ein heiliger Märtyrer geſagt hat! — O, wie viel haben wir daher dieſem Manne zu verdanken! Man ſieht hier⸗ aus, es iſt eine Heuchelei, wenn man ſich im Pabſtthum auf ihn beruft; gerade durch ihn iſt die papiſtiſche Traditions⸗Theorie widerlegt.) „Aber wenn die Ketzer ihre Irrthümer ohne Schrift, allein aus dem, was die Väter unbequem geſagt hatten, ſtützen wollten, bewogen ſie Auguſtinus, daß er in ſeinen Schriften jenes Axiom (d. h. ein feſtſtehender Satz) oft wiederholte: daß die Glaubensartikel allein aus den kanoniſchen Büchern bewieſen, die Schriften anderer aber ſo geleſen werden müßten, daß es er⸗ laubt ſei, in denſelben das zu mißbilligen und zu verwerfen, was mit der kanoniſchen Wahrheit nicht ſtimmt.“ (Loc. theol. I. f. 5 sq.) Doch hören wir einmal Auguſtinus ſelbſt. Er hatte einen guten Freund an Hieronymus. Derſelbe war gelehrter wie Auguſtinus, welcher weder ebräiſch noch griechiſch konnte, ſondern die heilige Schrift nur in lateiniſcher Ueberſetzung las; aber er konnte trotzdem dem Auguſtinus nicht das Waſſer reichen. Nun war aber Hieronymus nicht wenig für ſich eingenommen. Als ihm daher einmal Auguſtinus widerſprochen hatte, war Hieronymus dadurch verſtimmt worden und ſchrieb deshalb ziemlich gereizt an Auguſtinus, der ihm aber darauf u. a. alſo antwortete: „Ich habe gelernt, allein denjenigen Büchern der Schrift, welche jetzt kanoniſche genannt werden, dieſe Ehre und Ehrfurcht zu erweiſen, daß ich auf das feſteſte glaube, keiner unter den Verfaſſern derſelben habe ſich im Schreiben geirrt; die andern aber leſe ich ſo, daß ich, durch wie große Heiligkeit und Gelehrſamkeit ſie vor anderen hervorragen mögen, nicht darum etwas für wahr halte, weil ſie ſo geglaubt haben, ſondern weil ſie mich entweder durch jene kanoniſchen Verfaſſer oder durch einen annehmbaren Grund überzeugen konnten, daß es von der Wahrheit nicht abweiche. Und ich halte dafür, daß auch du, mein Bruder, nicht anders denkeſt; ich bin, ſage ich, gänzlich der Meinung, daß auch du deine Bücher nicht ſo, wie die der Propheten und Apoſtel, geleſen haben willſt, deren Schriften von allem Irrthum frei ſind, daran zu zweifeln ſchon frevelhaft iſt.“ (Epist. ad