# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 51 Nun wußte ich mir aber das Wort Dankſagung gar nicht zu erklären. Aber ich fand im Gerhard, daß die erſte Kirche das heilige Abendmahl Dankſagung genannt hat, wie wir es Communion nennen. Nun war mein Herz voller Freude, daß mir der alte Ignatius, ein Schüler des Paulus, ſolches Zeug⸗ niß gab, und glaubte nun meiner Sache ganz gewiß zu ſein, hielt es auch nun für recht, daß man gegen Zwingli ernſtlich auftrat. Aber das dauerte gar nicht lang, ſo kamen mir doch wieder Zweifel, nämlich darüber, ob das Buch nicht untergeſchoben ſei; hörte auch auf der Univerſität: mit Ignatius' Briefen iſt es nicht ſo ganz ſauber! Nun ging ich in Luther. Da endlich wurde ich gewiß, nicht weil es Luther ſagte, ſondern weil er es mir aus Gottes Wort ſo klar bewies, daß jeder Zweifel verſtummen mußte. Nun wurde ich göttlich gewiß. Es iſt aber endlich auch darum ſchriftwidrig, Sachen des Glaubens aus den Schriften der Väter begründen und die Gewiſſen an die Lehrent⸗ ſcheidungen derſelben binden zu wollen, weil es auch „wider die in der Schrift enthaltenen Warnungen vor Vertrauen auf Menſchen auch in Glaubensſachen, und vor allen Menſchenlehren, ſowie wider die darin enthaltenen Ermahnungen, alles zu prüfen“, iſt. Das Erſte iſt alſo: Es iſt wider die in der Schrift enthaltenen Warnungen vor Vertrauen auf Menſchen auch in Glaubensſachen. Pſalm 62, 10. heißt es: „Aber Menſchen ſind doch ja nichts, große Leute fehlen auch.“ Auf ſogenannte kleine Leute ſich nicht verlaſſen, iſt keine große Kunſt, aber es wird ſchwer, nach Menſchen nichts zu fragen, wenn ſogenannte „große Leute“, die in Abſicht auf Erkenntniß, Erleuch⸗ tung und Heiligkeit vor allen hervorragen, eine beſondere Lehre führen. Nur zu leicht und geſchwind fällt man dieſen dann zu. Aber Gewißheit, daß die Lehre recht iſt, erlangt ein Chriſt auf dieſem Wege nie. Menſchen⸗ autorität gibt ſeinem Gewiſſen keine Beruhigung, wenn auch noch ſo hoch⸗ begabte Männer dieſe oder jene Lehre führen. Ein wahrer Chriſt muß vielmehr wiſſen, daß Gott ſelbſt ſagt: „Große Leute fehlen auch.“ Darum iſt es höchſt unchriſtlich, ſich damit zu beruhigen, daß ein großer berühmter Mann, und wenn er der Kirche auch noch ſo außerordentliche Dienſte ge⸗ leiſtet hätte, ſo oder ſo lehrt. Denn kein Menſch iſt ſicher vor Irrthum. Nur die Propheten und Apoſtel hatten das Privilegium, daß ſie nicht irren konnten, wenn ſie in ihrem Berufe mündlich oder ſchriftlich lehrten. Wenn ſie da etwas Irriges hätten niederſchreiben wollen, ſo hätte ſie Gott ohne Zweifel entweder mit Donnerkeulen niedergeſchmettert oder doch daran ge⸗ hindert, wie Bileam, als er dem Volke Gottes fluchen wollte. Gott hat die heiligen Schreiber nicht nur erleuchtet, ſondern auch geheiliget, daß ſie nicht nur nicht irren konnten, ſondern auch nicht irren und Gottes Wort fälſchen wollten. Daher Paulus ſchreibt 2 Cor. 4, 2.: „Wir gehen nicht mit Schalkheit um, fälſchen auch nicht Gottes Wort, ſondern mit