# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 49 einer theologiſchen Verhandlung (discursu) unter den Chriſten kein Weiter⸗ gehen gibt. Denn jeder Zweifel in Betreff der Religion wird durch die göttliche Offenbarung in dem Gemüth eines Chriſtenmenſchen gehoben und in ihr überwindet, beruht und gründet der Glaube desſelben (näm⸗ lich die göttliche Offenbarung) dergeſtalt, daß ſie das Gemüth deſſen, welcher ihr beiſtimmt, von aller Furcht und von allem Argwohn einer Täuſchung befreit und gewiß macht.“ (Th. did.-polem. P. I. c. 3. s. 2. fol. 25.) Wenn wir in einer Lehre bis zur Schrift gekommen ſind, ſo ſollen wir ſagen: Jetzt iſt die Sache abgeſchloſſen und darf mir Niemand mehr mit einem Aber oder Jedoch kommen; ich bin fertig. Die Schrift iſt das A und das O aller ſeligmachenden Wahrheit. Von der Schrift kann nicht appellirt werden an ein höheres Gericht. Wem alſo die Schrift ſeine Zweifel nicht hebt, der iſt ein Unchriſt. Sobald er aber in die Schrift geht, werden ſeine Zweifel gehoben, wenn er ein Chriſt iſt. Nur durchs Wort kommen auch die letzten Zweifelſplitterchen heraus. Und nur dann wer⸗ den wir auch als ehrliche Leute eine Lehre durchkämpfen, wenn wir göttlich gewiß ſind, das heißt, wahrhaft daran glauben. Sehr tröſtlich iſt, daß es vom Abraham heißt, er „ward ſtark“, nicht, er war von Anfang an ſtark im Glauben. Auch er hatte alſo erſt mit Zweifel zu kämpfen. Alſo wenn auch wir nicht gleich ganz gewiß in einer Lehre ſind, ſo laßt uns nur am Wort der Schrift uns feſthalten, ſo wird es einem jeden ſicherlich gelingen, daß er zuletzt ſeiner Sache ganz ge⸗ wiß wird. Wir ſollen uns aber auch durch die Drohung Gottes anreizen laſſen, am Wort feſtzuhalten, die er im Jeſaias ſtellt: „Werden ſie das nicht ſagen, ſo werden ſie die Morgenröthe nicht haben“, d. h. ſie können nicht ſelig werden, ſondern gehen in der Nacht des Zweifels einher und ſtürzen endlich in die Verdammniß. Jede Lehre muß nothwendig Zweifel erzeugen, die nicht aus Gottes Wort geſchöpft iſt. Nur Gottes Wort gibt Gewißheit. Was aus der Vernunft kommt, kann auch mit der Vernunft beſtritten werden. Daher keine Gewißheit, ſondern Zweifel in menſchlichen Lehren iſt. Sagte doch einer unſerer Gegner öffentlich: „Ob ich im ſtricten Sinne erwählt bin, das weiß ich nicht.“ „Furcht und Hoffnung“, ſchreibt ein anderer, „ſind die beiden Mühlſteine, zwiſchen denen ſich ein Chriſt befindet.“ Darum laßt uns ja alle Menſchenlehre verfluchen, weil ſie zum Zweifel führt. Ein däniſcher Theologe führt in einem Büchlein einmal es ſo aus: „Ein Menſch wird zunächſt aus der Bibel allein gewiß, denn der Heilige Geiſt iſt in der Schrift und nimmt ihn gefangen, zwingt ihn, daß er an den Text gebunden iſt. Dann treibt der Heilige Geiſt zum Bekennen dieſer Lehre, einmal durch den Befehl in der Schrift: du ſollſt bekennen, und ſodann durch innerliche Anfechtung. Wenn z. B. ein Luther vor ſich ſieht Entſetzen, Feindſchaft, Widerſpruch und Kampf und er will zurückweichen, ſo ſagt der Heilige Geiſt: Geh voran! Denn die Anfechtung und Noth, die er hat, wenn er