# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der zehnten Verſammlung So iſt es gerade auch jetzt. Es hat die Lehre unſerer Gegner einen großen Schein, daher ſie denn auch einen großen Anhang hat. Denn alle neumodiſchen Gläubigen in Deutſchland, wenn ſie auch ſelbſt noch eine ganz andere Lehre haben als unſere Gegner, rufen doch dieſen zu: Ihr habt recht! nämlich darin recht, weil es vernunftgemäßer iſt. Daher auch wir wiſſen, woher der allgemeine Beifall kommt. Das ſind aber ernſte Worte Luthers: „Sie wiſſen nicht, wie ſchwer es iſt, vor Gott zu ſtehen ohne Gottes Wort.“ Solange einer nicht daran mit Ernſt denkt: Dieſe Lehre ſoll ich am jüngſten Tage vor dem allgemei⸗ nen Weltgericht vertreten, ſo lange wird er auch nicht mit Ernſt darnach ſehen, ob er mit derſelben auf dem rechten Grunde ſteht. Du kannſt aber augenblicklich ſterben. Wie? wenn dir dann dein Gewiſſen zuruft: biſt du nun auch bereit, das vor Gott zu vertreten, wozu du Ja geſagt haſt? Darum ſiehe wohl zu, wie es um dich ſteht. Kannſt du ſagen: HErr, dein Wort hat mich ſo gelehrt? Oder heißt es bei dir: Es war ein großer Streit, da habe ich mich zu denen geſchlagen, die wie ein Hunnius, Polyc. Leyſer, Gerhard, Quenſtedt und andere fromme Väter lehren, und ich denke, das wird doch wohl richtig ſein? Steht es ſo, dann biſt du ver⸗ loren in der letzten Stunde. Da wird der Teufel ſagen: „Sind denn das deine Götter? Siehe, ſo biſt du jetzt verloren, du kommſt zu mir.“ Nur dann wird einer wider den böſen Feind beſtehen, wenn er ſpricht: Was gehen mich alle Menſchen an? die Schrift lehrt ſo und ſo glaube ich's. Luther ſchreibt daher: „Soll ich betrogen ſein, ſo will ich lieber be⸗ trogen ſein von Gott (ſo es möglich wäre), denn von Menſchen; denn betreugt mich Gott, ſo wird er's wohl verantworten und mir Wiedererſtat⸗ tung thun. Aber Menſchen können mir nicht Wiedererſtattung thun, wenn ſie mich betrogen haben und in die Hölle verführt. Solchen Trotz können die Schwärmer nicht haben, denn ſie können nicht ſagen: ich will lieber auf dem Text ſtehen, den Zwingel und Oecolampad zwieträchtiglich ſprechen, denn auf dem, den Chriſtus ſelbſt einträchtiglich ſpricht. Dem⸗ nach kannſt du fröhlich zu Chriſto reden, beide an deinem Sterben und jüngſten Gericht, alſo: Mein lieber HErr JEſu Chriſte, es hat ſich ein Hader über deinen Worten im Abendmahl erhoben; etliche wollen, daß ſie anders ſollen verſtanden werden, denn ſie lauten. Aber dieweil ſie auch nichts Gewiſſes lehren, ſondern allein verwirren und ungewiß machen und ihren Text in keinem Weg wollen noch können beweiſen, ſo bin ich blieben auf deinem Text, wie die Worte lauten. Iſt etwas finſter darinnen, ſo haſt du es wollen ſo finſter haben; denn du haſt keine andere Erklärung darüber gegeben noch zu geben be⸗ fohlen. . . . Siehe, ſo wird kein Schwärmer mit Chriſto reden dürfen, das weiß ich wohl; denn ſie ſind ungewiß und uneins über dieſen Text.“ (Be⸗ kenntniß vom Abendmahl Chriſti. Anno 1528. Tomus XX, 1300 f.) Luther nannte die Lehre der Reformirten vom Abendmahl einen zwie⸗