# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 43 ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihr's auf, nicht als Menſchenwort, ſondern (wie es denn wahrhaftig iſt) als Gottes Wort; welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet.“ Da gibt Paulus ſeinen Theſſalonichern deswegen das Zeugniß des wahren Glau⸗ bens, weil ſie das Wort, das er predigte, nicht als Menſchenwort aufnah⸗ men, ſondern als Gottes Wort. Hätten ſie es als Menſchenwort aufge⸗ nommen, ſo wäre ihr Glaube ein Scheinglaube geweſen, mit dem ſie zur Hölle gefahren wären. Denn wenn im Gerichte Gottes der Menſch vor Gott hintreten muß, da muß er ſagen können: HErr, auf dein Wort habe ich geglaubt und gehofft, ſo kannſt du nun auch mir nicht verſagen, was dein Wort mir zugeſagt hat. 1 Cor. 2, 4. 5.: „Und mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünftigen Reden menſchlicher Weisheit, ſondern in Beweiſung des Geiſtes und der Kraft; auf daß euer Glaube beſtehe nicht auf Menſchen Weisheit, ſondern auf Gottes Kraft.“ Das alſo allein iſt Glaube, wenn man ſagen kann: nicht auf Menſchen Weisheit, Heiligkeit und Anſehen iſt mein Glaube gebaut, ſondern auf Gottes Kraft. Die Concordienformel ſagt daher im Katalog der von ihr beige⸗ fügten Zeugniſſe aus der Väter Schriften u. a. Folgendes: „Der wahr⸗ haftige ſeligmachende Glaube auf keines alten oder neuen Kirchen⸗ lehrers, ſondern einig und allein auf Gottes Wort gegründet ſein ſoll, ſo in den Schriften der heiligen Propheten und Apoſtel, als un⸗ gezweifelten Zeugen der göttlichen Wahrheit, begriffen iſt. . . Derwegen denn das Buch der Concordien männiglich in die heilige Schrift und in den einfältigen Catechismum weiſet. Denn wer ſich derſelbigen Einfalt mit rechtem einfältigem Glauben hält, der verwahret ſeine Seele und Gewiſſen zum beſten, als das auf einem feſten und unbeweglichen Felſen gebauet iſt.“ (Verzeichniß der Zeugniſſe der heiligen Schrift und der alten reinen Kirchenlehrer. S. Concordienbuch S. 825 f.) Es iſt ja wahr: wenn ein mir als reiner Lehrer bekannter Mann etwas ſagt, ſo ſehe ich das nicht mit Mißtrauen an, ſondern ich habe viel⸗ mehr das gute Vorurtheil, es werde wohl wahr ſein, obgleich ich es noch nicht geprüft habe. Es iſt das namentlich bei Luther der Fall, dem von Gott verſiegelten Reformator. Aber göttlich gewiß bin ich dann meiner Sache noch nicht. Da muß ich es erſt nach Gottes Wort prüfen und muß dann, Luthers Autorität verlaſſend, auf die Schrift ſelbſt mich gründen, ihm aber danken, daß er mich in die Schrift hineingeführt hat. Man merke ſich das alſo wohl: Weder auf eines alten noch neuen Kirchenvaters Glau⸗ ben ſoll mein Glaube gebaut ſein, ſonſt iſt er nur ein Scheinglaube. Aber ſolcher Glaube iſt eben keine leichte Sache, ſondern gar ſchwer. Das iſt erſt eines wahren Chriſten rechte Kunſt, daß er bloß deswegen etwas glaubt, weil's ihm Gott in ſeinem Worte vorlegt. Daher kann es denn auch Chri⸗ ſten geben, die viele Lehren annehmen und ſie nicht verwerfen, und ſie haben