# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 42 Verhandlungen der zehnten Verſammlung als der Aufruhr ſo groß wurde, daß es ſchien, als ſollte über Luthers Lehre Staat und Kirche zu Trümmern gehen. Da dachten ſie alle: Hätte Luther doch lieber geſchwiegen oder doch glimpflicher geredet. Ja, Luther ſelbſt gerieth zuweilen für ſeine Perſon in Noth und Angſt, als er ſah, wie groß der Lärm wurde und die ſogenannten Lutheriſchen ſeine Lehre mißbrauchten und großes Aergerniß damit anrichteten, andere, die anfangs ſich mit Herz und Mund zum reinen Evangelium bekannt hatten, ſchmählich abfielen, Feinde, entweder wieder um ſo ſchlimmere Papiſten, oder wilde Schwär⸗ mer wurden, wie denn immer mit dem alles belebenden Frühling auch die giftigſten Inſecten kommen. Wohl focht dies alles auch Luthern an, aber ſeine Lehre wurde ihm darum nicht ungewiß. Warum? Dieſe hatte Luther aus der Schrift geholt und darum ſang er nicht nur mit dem Munde, ſon⸗ dern von ganzem Herzen: „Wenn die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer ſänken; wenn das Meer wüthete und wallete und von ſeinem Ungeſtüm die Berge einfielen. Dennoch ſoll die Stadt Gottes fein luſtig bleiben mit ihren Brünnlein.“ Mehrmals verließen ihn alle ſeine Freunde, er aber ſtand auch allein ſtehend feſt. Warum? Weil ſeine Lehre eben nicht auf Menſchen geſtützt war, ſondern einen nie wankenden Grund hatte, nämlich Gottes Wort. Und das, ja, das allein iſt Glaube. Aber ſolcher Glaube iſt eben auch nicht Jedermanns Ding. Hören wir hierüber Gottes Wort ſelbſt. Römer 10, 17. heißt es: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.“ Dies iſt ein unwiderleglicher Beweis, daß das kein Glaube iſt, der auf menſchlichen Büchern beruht. Das iſt ein Scheinglaube, Verſtandesglaube, ein menſchlicher Glaube. Der wahre Glaube wird durch Gottes Wort in mir gewirkt und der ſagt dann: Das hat Gott geredet und nun mögen alle Teufel und die ganze Welt, ja, nun mögen ſelbſt alle Heiligen mir anders einreden wollen — „Gott hat's geredt, drum iſt es wahr, er iſt allmächtig, drum iſt gar kein Ding bei ihm unmöglich.“ „Sein Wort ſteht wie ein Mauer feſt, welchs ſich niemand verkehren läßt, er ſei ſo klug er wolle.“ Weſſen Mund ſo reden kann, der beweiſt, daß der wahre lebendige Glaube in ſeinem Herzen wohnt. Eph. 2, 20. leſen wir von allen Chriſten, daß ſie erbauet ſind „auf den Grund der Apoſtel und Propheten, da JEſus Chriſtus der Eckſtein iſt“. Wehe daher dem, der ſich verführen läßt, etwas zu glauben und zu lehren darum, weil es Menſchen geglaubt, gelehrt und verfochten haben. Der iſt in dieſem Punkte kein Chriſt und dieſer Glaube iſt kein wahrer Glaube. Denn wir wollen nicht ſagen, daß ein ſolcher überhaupt kein Chriſt ſein könne. In anderen Lehren mag er auf dem Worte Gottes ſtehen und da iſt ſein Glaube recht. Aber wo das Wort als Grund des Glaubens fehlt, da iſt er, wie Luther ſagt, nur ein ſelbſtgemachter Gedanke im Herzen, der da ſpricht: ich glaube. 1 Theſſ. 2, 13.: „Darum auch wir ohn Unterlaß Gott danken, daß