# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 39 aus dem Bekenntniß, ſondern allein aus Privatſchriften menſchlicher Lehrer geholt haben, ſo müſſen wir ſagen: ſie ſtehen hierin nicht auf dem Grunde der Schrift, ihre Lehre und ihr Glaube von der Wahl iſt viel⸗ mehr auf Menſchen gebaut. Da hilft kein Proteſtiren. Es iſt leider je und je auch in der rechtgläubigen Kirche bei einzelnen ein verkehrtes, nachbeteriſches Weſen zu finden geweſen. Man hielt ſich an dieſen oder jenen großen Lehrer. Solange dies nun auf das Rechte ſich bezog, ſo mag das ja wohl nicht ſonderlich großen Schaden angerichtet haben, obwohl es ſeiner Art und Natur nach immer etwas höchſt Gefähr⸗ liches war und iſt. Wir leugnen es übrigens nicht, daß es auch unter uns Leute, und zwar gute einfältige Leute, gegeben hat und vielleicht noch gibt, welche zu ihrer Vertheidigung einfach ſagen: Es ſteht ja im Weſtlichen Synodalbericht; oder verlangt man, daß dieſer oder jener Lehrpunkt be⸗ wieſen werden möchte, ſo kann man wohl auch einmal hören: Es ſteht ja in Walthers Paſtorale. Wohl geſchieht dies in der Regel nur aus Ein⸗ falt, ohne daß man menſchliche Schriften neben, ja über die heilige Schrift ſetzen will, aber papiſtiſch, gefährlich und dem Glauben ſchädlich iſt und bleibt dies, daher wir nicht ernſt genug dagegen unter uns auftreten können. Bei den Ohioern iſt dies anbeteriſche Weſen auf einem falſchen Grund und Boden aufgewachſen und wird da förmlich gehegt und gepflegt. Sie klingeln und klappern den Leuten mit den Vätern um die Naſe herum. Sagt man: Wollt ihr denn alſo die Richtigkeit eurer Lehre mit den Vätern beweiſen? ſo ſind ſie im Stande uns zuzurufen: „Hebe dich weg von mir, Satan! die Bibel allein iſt der goldene Grund, auf dem wir ſtehen. Wer wird eine Lehre mit den Vätern beweiſen wollen?“ Aber wenn ſie auch ſo reden: läßt es ſich jemand bei ihnen gefallen, ſo klappern ſie ihm mit den Vätern herum, daß ihm angſt und bange wird. Das thun ſie fort und fort. Sie machen den Leuten förmlich bange mit Gerhard, Hunnius ꝛc., ſo daß ſchüchterne Gemüther gar nicht wagen zu fragen: Iſt denn aber dieſer Ausdruck, dieſe Lehre nicht verkehrt? Man wagt es höchſtens dann, wenn man auch andere und wo möglich noch größere Autoritäten dagegen halten kann. Wie Ohio, ſo treibt es bekanntlich auch Hr. Profeſſor Schmidt. Man bedenke nur, wie er es wieder jüngſt in der norwegiſchen Synode gemacht hat. Er wußte, daß Pantoppidan (der 1767 ſtarb) der Liebling der Norweger iſt. Darum ſchlug er vor, auch die norwegiſche Synode ſolle bekennen, ſie ſtimme mit der Art und Weiſe überein, wie Pantoppidan die Lehre von der Wahl darlege. So wollte auch er die Pietät des Volkes gegen einen Mann dazu mißbrauchen, es zu ſeiner (Schmidts) falſchen Lehre zu verführen, ohne daß es ihm jedoch gelang, die ganze Synode zu jenem Bekenntniß zu bewegen. Er hätte als ein rechter Chriſt ſagen ſollen: Das wißt ihr freilich, Pantoppidan ſteht in der Lehre von der Wahl auf meiner Seite; aber das entſcheidet nichts; wir müſſen in die Bibel hinein.