# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 35 heit bringen können, aber er wollte die Leute nicht aus der Schrift heraus⸗ führen. Was uns Chriſtus hier von der Schrift lehrt, das lehrt auch unſere lutheriſche Kirche. So heißt es in der Concordienformel: „Solcher⸗ geſtalt wird der Unterſchied zwiſchen der heiligen Schrift Alten und Neuen Teſtaments und allen andern Schriften erhalten und bleibt allein die heilige Schrift der einige Richter, Regel und Richtſchnur, nach welcher als dem einigen Probirſtein ſollen und müſſen alle Lehren erkannt und geurtheilt werden, ob ſie gut oder bös, recht oder unrecht ſeien. Die anderen Symbola und angezogene Schriften ſind nicht Richter, ſondern allein Zeugniß und Erklärung des Glaubens, wie jederzeit die heilige Schrift in ſtreitigen Artikeln in der Kirche Gottes von den damals Lebenden verſtanden und ausgelegt, und derſelben wider⸗ wärtige Lehren verworfen und verdammt worden.“ (Erſter Theil. Sum⸗ mariſcher Begriff. S. 518.) Richter gibt es alſo hiernach in Lehrſtreitigkeiten keine anderen, als die heilige Schrift. Selbſt die Symbole haben hiernach dieſe Autorität nicht. Man entgegne uns nicht: Ihr bringt ja auch in Streitigkeiten immer ſogleich die ſymboliſchen Bücher hervor. Denn das hat eine ganz andere Bewandtniß. Wir wollen damit beweiſen, daß unſere Lehre luthe⸗ riſch iſt, weil man uns für Calviniſten ausſchreit. Daß unſere Lehre die allein wahre ſei, das beweiſen wir allein aus der Schrift. Als wir in Milwaukee mit dem Leiter der Gegenparthei zuſammen kamen, nahmen wir daher die Bibel her, denn da handelte es ſich darum, zu zeigen, welche Lehre die wahre ſei. Erſt mußten wir unſerem armen, durch die Läſte⸗ rungen unſerer boshaften Feinde zum Theil erſchreckten lutheriſchen Chri⸗ ſtenvolke aus dem Bekenntniß zeigen, daß diejenigen lügen, welche uns Cal⸗ viniſten nennen. Als aber hierauf auch die Frage entſtand, ob die Lehre der Symbole, die wir bekannten, die wahre ſei, da galt es, dies aus der Schrift zu beweiſen. Luther ſchreibt daher: „Wenn ſie (die Papiſten) einen Spruch der Väter wider mich aufbringen, ſo läuten ſie alle Glocken, ſchlagen alle Trummeln und ſchreien feindlich, ſie haben gewonnen; ſtopfen beide Ohren und Augen zu, wollen damit die ganze Schrift mir verſtopft und gedämpft haben. . . Aber aller Väter Bücher muß man mit Beſcheidenheit leſen, nicht ihnen gläuben, ſondern darauf ſehen, ob ſie auch klare Schrift füh⸗ ren und die Schrift mit heller Schrift erklären. . . Auf daß nicht mehr, denn das bloße Schwert, das Wort Gottes, bei jedermann regiere.“ (Antwort auf das überchriſtlich ꝛc. des Bocks Emſers. Vom Jahre 1521. XVIII, 1583. 1585 f.) Hierbei iſt aber auch dieſes zu erinnern, daß der Schriftbeweis auch recht geführt werden müſſe. Wenn ſich z. B. in der heiligen Schrift über eine geheimnißvolle Lehre eine dunkle Stelle findet, da dürfen wir ſie nicht