# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der zehnten Verſammlung der Teufel weichen. Einen herrlicheren Beweis könnten wir nicht haben, wie wir uns in Streitigkeiten über die Lehre verhalten ſollen. Da ſollen wir nicht ſagen: So ſteht im Gerhard! ſo ſteht im Hunnius! ſo im Hollaz! Sondern wie Chriſtus, ſo ſollen auch wir ſprechen: So ſteht geſchrieben, nämlich in der Schrift. Chriſtus ſetzt das „in der Schrift“ nicht hinzu, weil es ſich von ſelbſt verſteht. Nur ſie iſt ja das Buch aller Bücher. Daher iſt es ein nicht genug zu beklagender Jammer, daß man in dem gegenwärtigen Streite, wenn es ſich um das Beweiſen handelt, in der Regel ſogleich mit Stellen aus den Dogmatikern angezogen kommt. Was wird das noch für Folgen haben! Man führt dadurch die Chriſten aus der Schrift hinaus, gewöhnt ſie, ſich an Menſchen binden zu laſſen. Dadurch werden viele endlich allen Glauben verlieren. Denn ein Glaube, der nicht auf die Schrift gegründet iſt, iſt kein Glaube. Gottes Wort und der Glaube können ſo wenig von einander geſchieden werden, wie Berg und Thal. Luc. 10. wird uns erzählt, daß ein Schriftgelehrter Chriſtum frug: „Meiſter, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe?“ Und was antwortet ihm der HErr? Es heißt Vers 26.: „Er aber ſprach zu ihm: Wie ſtehet im Geſetz geſchrieben? wie lieſeſt du?“ Chriſtus hätte ja als weſensgleicher Gott dem Schriftgelehrten ſofort zeigen können, was nöthig iſt in den Himmel zu kommen, und ſeine falſche Meinung widerlegen können. Er weiſt ihn aber in das geſchriebene Wort Gottes, um damit anzuzeigen, daß das Wort die Richterin iſt in allen Religions⸗ ſtreitigkeiten. Wenn nun der Sohn Gottes uns auf die Schrift weiſt, welch ein Frevel iſt es, wenn wir Menſchen das nicht thun wollen! Welch ſchändliche Abgötterei treibt der mit ſich ſelbſt, der nicht mit Chriſto ſagen will: Wie ſteht in der Bibel geſchrieben?! Dasſelbe bezeugt auch Joh. 10, 33—36.: „Die Juden antworteten ihm und ſprachen: Um des guten Werks willen ſteinigen wir dich nicht, ſondern um der Gottesläſterung willen, und daß du ein Menſch biſt und macheſt dich ſelbſt einen Gott.“ Es handelte ſich alſo hier um die Lehre von der Gottheit Chriſti, und zwar gerade darum, ob der Menſch Jeſus Gott genannt werden dürfe, ob alſo die Gottheit mit der Menſchheit in Jeſu zu Einer Perſon vereinigt war. Was antwortet nun der HErr dieſen Läſterern? Vers 34—36. heißt es: „JEſus antwortete ihnen: Stehet nicht geſchrieben in eurem Geſetz: Ich habe geſagt, ihr ſeid Götter? So er die Götter nennt, zu welchen das Wort Gottes geſchah; und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden: ſprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiliget und in die Welt geſandt hat: Du läſterſt Gott, darum, daß ich ſage, ich bin Gottes Sohn?“ Der HErr will ſagen: Ihr habt ja ein Buch, woraus ihr das wiſſen könnt; auf etwas anderes verweiſe ich euch nicht. Der HErr ſchlägt alſo mit nichts anderem den Streit über ſeine Gottheit nieder, als damit, daß er die Schrift citirt. Er hätte ja ebenſo leicht eine ganze Anzahl anderer Beweiſe für ſeine Gott⸗