# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der zehnten Verſammlung nicht die Todten oder gar den Teufel. Und dann fügt er hinzu, was er damit ſagen will, daß ſie Gott fragen ſollen, nämlich ſie ſollen ſein Wort fragen: „Ja, nach dem Geſetz und Zeugniß“, und das iſt das ge⸗ ſchriebene Wort Gottes. Denn ſo oft dieſer Ausdruck: „Geſetz und Zeugniß“ im Alten Teſtament vorkommt, iſt immer die Bibel gemeint. Daß Gott noch mehr im Laufe der Zeit zum Alten Teſtament hinzugegeben hat und endlich das Neue Teſtament, das ändert an der Sache nichts. Denn nun geht's auch nach dieſem von Gott ſelbſt hinzugeſetzten „Geſetz und Zeugniß“. So lehrt auch die lutheriſche Kirche. In der Concordienformel heißt es: „Wir gläuben, lehren und beken⸗ nen, daß die einige Regel und Richtſchnur, nach welchen zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurtheilt werden ſollen, ſeien allein die prophetiſchen und apoſtoliſchen Schriften Alten und Neuen Teſtaments, wie geſchrieben ſtehet: ‚Dein Wort iſt meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege‘, Pſ. 119, 105. Und St. Paulus: ‚Wenn ein Engel vom Himmel käme, und predigte anders, der ſoll verflucht ſein‘, Gal. 1, 8. Andere Schriften aber der alten oder neuen Lehrer, wie ſie Namen haben, ſollen der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, ſondern alle zumal mit einander derſelben unterworfen, und anders oder weiter nicht ange⸗ nommen werden, denn als Zeugen, welchergeſtalt nach der Apoſtel Zeit und an welchen Orten ſolche Lehre der Propheten und Apoſtel erhalten worden.“ (Epitome. Von dem ſummariſchen Begriff. S. 517.) Nichts anderes ſind alſo die Lehrer der Kirche als Zeugen. Das iſt der Glaube eines jeden rechtſchaffenen Lutheraners. O, es iſt erſchrecklich, wenn man die armen Laien, ſtatt in die Schrift, immer nur in menſchliche Bücher hineinweiſt, während ein Lehrer der Kirche zu ihnen ſagen ſollte: Erſt geht in die heilige Schrift hinein, dann aber verachtet auch die Weiſ⸗ ſagung nicht, aber da prüfet alles wohl! Es iſt nicht auszuſprechen, was für Herzeleid daraus noch über unſere amerikaniſch⸗lutheriſche Kirche kommen kann, daß man angefangen hat, nur um Leute zu behalten, ſie in menſchliche Schriften zu weiſen und ihnen vorzugaukeln: Seht doch die Männer! Das ſind hocherleuchtete, gottſelige, fromme, hochbegabte Kirchen⸗ väter, die auch unſere Gegner nicht verwerfen können, und die lehren ſo und ſo; das müſſen wir als allein echt lutheriſch feſthalten. Da ſollte jeder Chriſt aufſtehen, und wenn er auch ein Kuhhirte wäre, und ſagen: Allen Reſpect vor dieſen großen Männern! Aber meine arme Seele baue ich nicht auf ſie; ich bin nicht auf ſie getauft, ſie ſind nicht mein Gott und Heiland. Wohl laſſe ich ſie gern meine Führer ſein, aber nur da, wo ſie mir mit der Leuchte des göttlichen Wortes den Weg zeigen. Ihr guter Name aber ſoll mich nicht beſtechen, etwas anzunehmen, was der Schrift zuwider iſt. Daher ſagt Luther: „Die Gewiſſen können nicht gebunden wer⸗ den, denn allein durch Gottes Wort.“ (Daß der freie Wille nichts ſei.