# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 31 nicht meinen: mit guten Zuſätzen falle ja ein großes Licht auf die Schrift. Der böſe Feind danke dir das! Nein, wir haben das Licht vor uns, das iſt die Bibel ſelbſt. Und es iſt bloß nöthig, daß wir die Augen aufthun. Wer aber aus ſeinem Verſtande noch ein Licht zu dieſem Licht hinzubringen will, damit es heller werde, der handelt geradeſo närriſch, als der mir die Sonne mit einem Talglicht hell machen will. Das thun aber die meiſten neueren Theologen, indem ſie das Licht ihrer Vernunft an die Bibel heranbringen. Alſo, die heilige Schrift iſt der einzige Brunnen, die einzige Quelle aller Glaubenserkenntniß. Das bekennt denn auch unſere liebe lutheriſche Kirche. In der Concordienformel S. 568 in dem 2. Theil: Wieder⸗ holung, unter der Ueberſchrift: „Von dem ſummariſchen Begriff, Grund, Regel und Richtſchnur, wie alle Lehr nach Gottes Wort geurtheilet und die eingefallenen Irrungen chriſtlich erkläret und entſchieden werden ſollen,“ — heißt es: Wir bekennen uns „erſtlich zu den prophetiſchen und apoſto⸗ liſchen Schriften Altes und Neues Teſtaments als zu dem reinen lautern Brunnen Iſraels.“ Dies Bekenntniß iſt gerade in unſerer Zeit überaus wichtig. Die moderngläubigen Theologen geben nämlich wohl zu, daß die Schrift die Regel und Richtſchnur ſei, aber ſie leugnen, daß ſie die alleinige Quelle aller Glaubenserkenntniß ſei. Selbſt ein Philippi ſagte: Es gibt mehrere Principien chriſtlicher Glaubens⸗ erkenntniß (Princip heißt Urſprung, etwas, wovon man ausgeht, Quelle). Und zu dieſen Principien rechnet er u. a. die erleuchtete Vernunft. Die kann aber nicht das Allergeringſte bringen. Schleiermacher ſagt: Ich gehe vom chriſtlichen Bewußtſein aus. Und Hoffmann in Erlangen: Mein Princip iſt meine Perſon ſelbſt; ich bin ein Chriſt und daraus entwickele ich nun die ganze Theologie. Freilich erlaubt er dann einem anderen, dieſe ſeine Theologie zu prüfen, denn er gibt zu, daß die Bibel Regel und Richtſchnur ſei, aber die Quelle bleibt er ſelbſt als ein Chriſt! Die Autorität der heiligen Schrift beſteht aber zweitens darin, daß ſie allein die untrügliche Regel und Richtſchnur aller Lehren und Lehrer iſt. Dies beweiſen wir aus Pſalm 119, 105.: „Dein Wort iſt meines Fußes Leuchte, und ein Licht auf meinem Wege.“ Es gibt alſo keine andere Leuchte zum Himmel. Wollen wir wiſſen, ob eine Lehre recht iſt, ſo zeigt's uns nichts anderes, als das Licht des gött⸗ lichen Wortes. Das allein iſt Licht und Leuchte auf dem Wege zum Him⸗ mel, alſo die einzige Regel. Ferner heißt es Jeſ. 8, 19. 20.: „Wenn ſie aber zu euch ſagen: Ihr müſſet die Wahrſager und Zeichendeuter fragen, die da ſchwätzen und disputiren, (ſo ſprecht): Soll nicht ein Volk ſeinen Gott fragen? oder ſoll man die Todten für die Lebendigen fragen? Ja, nach dem Geſetz und Zeugniß. Werden ſie das nicht ſagen, ſo werden ſie die Morgen⸗ röthe nicht haben.“ Erſt ſagt der Prophet: Ihr ſollt Gott fragen und