# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der zehnten Verſammlung Abraham; ſondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, ſo würden ſie Buße thun. Er ſprach zu ihm: Hören ſie Moſen und die Propheten nicht, ſo werden ſie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auf⸗ ſtünde.“ Damit hat denn der ſelige Abraham im Himmel feierlich erklärt: Die Schrift iſt ſo vollkommen, daß nichts hinzugethan werden darf. Selbſt wenn einer aus der Ewigkeit käme und predigte den Menſchen, ſo würde es doch ihnen kein Mittel ſein, ſie zum Glauben zu bringen, wenn es das geſchriebene Wort Gottes nicht thut. Röm. 16, 17.: „Ich ermahne aber euch, lieben Brüder, daß ihr auf⸗ ſehet auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten, neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſelbigen.“ Es heißt hier nicht: „gegen die Lehre“ ſondern: „neben der Lehre.“ Alſo wenn eine Lehre auch nicht der Schrift widerſpräche, ſie wäre aber nicht aus der Schrift genommen, ſo müßten wir ſie dennoch mit Füßen treten, wenn ſie uns als göttliche Wahrheit aufgenöthigt werden ſollte. So phantaſiren ja Manche viel über die Beſchaffenheit des Himmels, aber neben der Schrift. Wenn es nun auch möglich wäre, daß der Himmel ſo beſchaffen iſt, wie die Phantaſten ſagen, aber man wollte uns das glauben machen, ſo müßten wir widerſprechen und ſagen: Du biſt ein Schwärmer. Wer alſo aus den Vätern eine Lehre nimmt und kann nicht nachweiſen, daß die Väter dieſe Lehre aus der Bibel geholt haben, den ſoll man verwerfen, mag er auch noch ſo ſchön davon reden. Es ſoll eben alle Glaubenserkenntniß aus der Schrift gefloſſen ſein. Gal. 1, 8.: „Aber ſo auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der ſei verflucht.“ Hier ſagt der Apoſtel nicht: wer gegen mein Evan⸗ gelium predigt, der iſt verflucht. Nein, wer auch nur anders predigt, als ich. Mag es der Vernunft erſcheinen, als harmonire die Lehre, die daneben herbei gebracht wird, vortrefflich mit der Schrift, ſie iſt verflucht, wenn ich nicht nachweiſen kann, die Schrift nöthigt mich, ſo zu lehren; und zugleich muß ich es dann auch meinen Zuhörern ſo darthun können, daß ſie es einſehen müſſen. Denn das erſt iſt ein rechter Ausleger. Was hilft mir mein Prediger, mag er ſelbſt ſeiner Sache noch ſo gewiß ſein, wenn er mich nicht gewiß machen kann, ſo daß ich darauf ſterben kann? Offenb. 22, 18. 19.: „Ich bezeuge aber alle, die da hören die Worte der Weiſſagung in dieſem Buch. So Jemand dazu ſetzt; ſo wird Gott zuſetzen auf ihn die Plagen, die in dieſem Buch geſchrieben ſtehen. Und ſo jemand davon thut von den Worten des Buchs dieſer Weiſſagung; ſo wird Gott abthun ſein Theil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, das in dieſem Buch geſchrieben ſtehet.“ Mit dieſen Worten ſchließt die ganze heilige Schrift. Im Moſes ſchon, alſo zu An⸗ fang der Schrift, wird uns befohlen, nichts dazu zu thun, und am Schluß wird es noch einmal eingeſchärft, ja nichts zuzuſetzen. Man ſoll ja