# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 29 euch gebiete.“ Wenn man nichts zur Schrift hinzuthun darf und man doch daraus die Wahrheit findet, ſo muß ſie allein die Autorität haben, alle Glaubenserkenntniß zu geben, alle göttlichen ſeligmachenden Wahrheiten mitzutheilen. Die Papiſten ſagen freilich: Das iſt keine richtige Auslegung dieſer Stelle, denn nach den 5 Büchern Moſis iſt noch viel hinzugethan worden. Aber wo ſteht denn hier, daß Gott nichts hinzuthun dürfe? Uns, uns Menſchen verbietet er das Hinzuthun. So kann man ja frei⸗ lich aus den 5 Büchern Moſis nicht beweiſen, daß Chriſtus von einer Jung⸗ frau geboren werden ſolle. Dieſe Offenbarung hat Gott erſt viel ſpäter hinzugethan durch den Propheten Jeſaias. Wenn es nun auch, als Moſes ſtarb, nichts weiter gab an göttlichem Worte, als die 5 Bücher Moſis, ſo waren doch damals dieſelben der vollſtändige Kanon. Wer etwas lehrte, was nicht in den 5 Büchern Moſis ſtand, und er konnte nicht beweiſen, daß er von Gott eine neue Offenbarung erhalten hatte, der war ein Ketzer, wenn er hartnäckig dabei blieb. Daher hatten die Kinder Gottes ſchon damals ihre vollkommene Bibel, und das war ihnen genug. Eine andere Beweisſtelle iſt 2 Tim. 3, 15—17.: „Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißeſt, kann dich dieſelbige unterweiſen zur Seligkeit, durch den Glauben an Chriſto JEſu. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, iſt nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Beſſerung, zur Züch⸗ tigung in der Gerechtigkeit, daß ein Menſch Gottes ſei vollkommen, zu allem guten Werk geſchickt.“ Hier wird nicht nur geſagt, daß die ganze Schrift vom Heiligen Geiſt eingegeben iſt und einen vierfachen Nutzen hat, ſondern auch, daß ſie einen Diener Gottes vollkommen macht, zu allem guten Werk geſchickt. Was aber einen Menſchen vollkommen machen kann, muß ſelbſt vollkommen ſein. Daher verſteht es ſich hiernach von ſelbſt: iſt die heilige Schrift hinſichtlich ihres Zweckes vollkommen, ſo iſt's ganz unnöthig, noch andere Quellen zu ſuchen. Lehren dieſe anderen Quellen dasſelbe, ſo ſind ſie ja unnöthig; lehren ſie aber gar etwas anderes, ſo müſſen wir ſie um ſo mehr verwerfen. Wer alſo neben die Schrift eine andere Quelle der Glaubenserkenntniß ſetzt, der leugnet ihre ihr allein zukommende Autorität. Ferner heißt es Apoſt. 26, 22.: Und ſage nichts außer dem, das die Propheten geſagt haben, daß es geſchehen ſollte, und Moſes.“ Selbſt ein Paulus wollte nichts neben und außer der Schrift ſagen, wie viel weniger haben wir dazu die Macht! Möchte auch das, was wir lehren, nicht der Schrift widerſprechen, ja mit ihr ſtimmen, ſo iſt es doch dann zu verwerfen, wenn wir nicht beweiſen können, daß wir es aus der Schrift heraus⸗ geholt haben. Luc. 16, 27—31.: „Da ſprach er (der reiche Mann): So bitte ich dich, Vater, daß du ihn ſendeſt in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß ſie nicht auch kommen an dieſen Ort der Qual. Abraham ſprach zu ihm: Sie haben Moſen und die Propheten, laß ſie dieſelbigen hören. Er aber ſprach: Nein, Vater