# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der zehnten Verſammlung redeten Profeſſor Loy und Lehmann im Juli 1877 und erſt im October 1877 handelten die Miſſourier von der Gnadenwahl. Alſo können jene unmöglich von dieſen zu obigem Ausſpruche verführt worden ſein. Und heute ſagt Prof. Loy: Der Ausdruck „in Anſehung des Glaubens“ ſei der einzig richtige und berechtigte! (S. „Lutheraner“ von 1881. S. 116 f.) Ferner ſagen die Ohioer: Die Väter unſerer Kirche hätten je und je dieſe Lehre vom Intuitu fidei gehabt. Auch das iſt nicht wahr. Dieſe Lehre iſt erſt im letzten Jahrzehnt des 16ten Jahrhunderts ungefähr 1590 durch Egidius Hunnius gegen Samuel Huber geführt worden. Vorher findet ſich kein Wort davon bei Luther, Brenz, Oſiander, Heshuſius, Chemnitz. Ein einziges Mal verſuchte Jakob Andreä gegen die Calviniſten das: „in Anſehung des Glaubens“ zu rechtfertigen, indem er ſagte, es müſſe nicht nothwendig pelagianiſirend ſein. Beza hatte dies nämlich den Lutheranern vorgeworfen. Wahrſcheinlich hatten gewiſſe kleinere Geiſter ſich dieſes Ausdruckes bedient und der gute Andreä ſuchte es dann zu recht⸗ fertigen auf dem Colloquium zu Mömpelgard im Jahre 1586, alſo erſt neun Jahre nach Aufſetzung der Concordienformel. Entweder ſchreiben daher dies die Ohioer wider ihr beſſeres Wiſſen oder ſie müſſen denken, ein Luther und Andere gehören nicht zu den Lehrvätern unſerer Kirche. Wenn nun unter unſeren Gegnern manche bei ihrer Berufung auf die Kirchen⸗ väter vielleicht auch ſo denken: Geſetzt den Fall, wir irrten, dann haben eben auch hochangeſehene Väter unſerer Kirche geirrt, nach denen wir uns ge⸗ richtet haben; wagt man nun nicht, dieſe zu verdammen, ſo darf man uns auch nicht verurtheilen: das hat alſo keine Gefahr; laßt uns nur bei unſe⸗ rem Glauben, wir gedenken ſo gut in den Himmel zu kommen wie die Kirchenväter, — wenn ſie ſo denken, ſo mögen ſie hören, was Luther von ihrem Troſte urtheilt, zu deſſen Zeit die Papiſten allgemein ſich ſo tröſteten. Was? riefen ſie Luthern zu, du willſt die Kirchenväter verdammen? Dar⸗ auf antwortete Luther: Nein, die verdamme ich nicht. Nun, ſagten ſie, ſo laß auch uns mit Frieden, denn wir können unſere Lehre mit den Kirchen⸗ vätern beweiſen; haben wir geirrt, ſo haben ſie auch geirrt; das ſchadet aber dann uns ſo wenig, wie ihnen. Darauf antwortete Luther Folgen⸗ des: „Sehen wir nicht in Auguſtino viel Irrthümer, welche er widerruft? Die ihm wären allda verdammlich geweſen, wenn er nicht durch ſeinen Glauben wäre erhalten worden; ſind ſie doch des mehreren Theils wider den Glauben; aber das Bekenntniß und die Furcht Gottes hat ſie ihm un⸗ ſchädlich gemacht. Wer ihnen nun nachfolgte, der folgete zu ſeinem Verderben. Wie denn ihr vielen geſchieht, die der Väter Sprüchen ohne Beſcheidenheit nachfolgen, gleich ob ſie göttliche Wahrheit wären. Daraus iſt offenbar, daß die Heiligen zu Zeiten irren, auch im Glauben, das iſt, ſie ſind noch nicht vollkommen, und um des angefange⸗ nen zunehmenden Glaubens willen verderben ſie nicht. Es verderben aber die, welche ihren Irrthum für eine Wahrheit annehmen und ihm als einem