# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 25 Exempel nachfolgen. Daß auch gar nichts helfen wird, ob jemand irgend einem Heiligen außerhalb der Schrift nachgefolget hat. . . Denn Gott ſiehet an, erforſchet und richtet die Herzen und Nieren, Pſ. 7, 10., das iſt, innerliche Begierlichkeit. Daher kommt, daß Gott einem einen Irrthum nachläßt und vergibt, welchen er in einem andern verdammt, darum daß ſie ungleiche Herzen im Glauben und Demuth haben. . . Dieweil wir nun den Irrthum erkannt haben, ſo ziemet ſichs nicht, daß wir weiter irren und die Meſſe für ein Opfer halten. Denn es wäre wider den ganzen Glauben und unſer eigen Gewiſſen geſündigt. Hie könnte kein Glaube, kein Bekenntniß entſchuldigen. Du kannſt nicht ſprechen: Ich will chriſtlich irren. Ein chriſtlicher Irrthum geſchieht aus Unwiſſenheit. . . Die nun wiſſen und erkennen den Irrthum, und ihm, gleich ob's kein Irrthum wäre, noch anhangen, die folgen den Vätern nach, aber zu ihnen werden ſie nicht kommen, darum, daß ſie dem, das die Väter zuletzt verlaſſen und davor ſie Gnade erlangt haben, als einem Artikel des Glaubens nachfolgen und darauf bis an ihr Ende verharren.“ (Vom Mißbrauch der Meſſe. Vom Jahre 1522. XIX, 1381—85.) Das müſſen wir auch unſeren Gegnern vorhalten. Denn es wird auch ihnen einſt vor Gottes Thron gar nichts helfen, wenn ſie ſagen wollten: Haben wir doch unſeren Vätern, ſo großen erleuchteten Männern, nachgefolgt. Denn Gott würde ihnen dann antworten: Habe ich euch nicht mein Wort gegeben und bin Ich nicht der rechte Vater? Es ſcheint freilich eine gar kleine, entſchuldbare, leicht vergebliche Sünde zu ſein, einen Irrthum um frommer und dazu hochangeſehener Menſchen willen an⸗ zunehmen. Aber wehe uns, wenn uns einmal das Gewiſſen aufwacht! Da heißt es: Was haſt du gethan? Du haſt Fleiſch für deinen Arm ge⸗ halten und biſt mit deinem Herzen vom HErrn gewichen. Wehe dir immer und ewiglich! Da wird ſchon hier das Lachen theuer. Und wohl dem, wem ſchon hier das Gewiſſen aufwacht, denn da iſt noch Hilfe, aber nur da. Zum andern iſt aber auch, wie Luther in unſerer Stelle erinnert, ein großer Unterſchied, wer irrt und wie man irrt. Ich kann eine Sünde be⸗ gangen haben und ſie iſt mir vergeben. Ein anderer begeht dieſelbe Sünde und er fährt zur Hölle. Warum? Ich glaube an meinen HErrn JEſum Chriſtum, der andere glaubt nicht. Ebenſo iſt es auch mit dem Irrthum. Es irrt einer in einer Lehre, aber er weiß es nicht, daß er irrt. Niemand hat ihn je mit Gründen widerlegt und ſo geht er in ſeiner verkehrten Mei⸗ nung ruhig dahin, wird aber dennoch trotz ſeines Irrthums ſelig. Ein anderer hegt denſelben Irrthum, aber es iſt ihm das Licht des göttlichen Wortes vorgehalten und ſo ſind ihm alle ſeine Gründe genommen, und dennoch bleibt er in dem Irrthum, ja, ſpricht wohl noch: Ich bin nun ein⸗ mal in unſerer Synode, und Einigkeit muß ſein, ich will deswegen nicht das Band zerreißen; irre ich, ſo irren wir alle. Wer ſo ſteht, der hat ſo [SCAN: verwaſchene Erſtaufnahme; Text nach der Neuaufnahme PDF 27.]