# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 23 nen, bis daß er ſprach: ‚Ich glaube, was in dieſem Buch ſtehet‘, und hatte“ (dabei) „die Bibel in Armen. — Aber Gott verleihe uns ſolches Glaubens nicht viel. Denn wie dieſe nicht anders haben, denn alſo, geglaubt, ſo hat ſich beide Doctor und Köhler in Abgrund der Höllen hinein geglaubt.“ (Warnungsſchrift an die zu Frankfurt am Main, ſich vor Zwingliſcher Lehre und Lehrern zu hüten. Vom Jahre 1533. XVII, 2442 f.) Zum Glauben gehört als erſtes Stück Erkenntniß, als zweites Beifall und als drittes die Zuverſicht. Wo das erſte Stück, die Erkenntniß, fehlt, da fehlt der ganze Glaube. Wie die Schrift ſagt: „Das iſt das ewige Leben, daß ſie dich, daß du allein wahrer Gott biſt, und den du geſandt haſt, JEſum Chriſtum, erkennen.“ Fürwahr, jene Handlungsweiſe der Ohioer iſt ein Beiſpiel in der neueſten Kirchengeſchichte, das wenigſtens in der ſo⸗ genannten proteſtantiſchen Kirche ſeines Gleichen nicht hat. 2. Das Zweite, was wir aus der Erklärung der Ohioſynode erkennen, iſt, daß ihr Bekenntniß ein wankendes und ſchwankendes iſt. Kein Menſch kann wiſſen, was ſie in der Gnadenwahl nun eigentlich feſthalte. Denn ſie ſagen: „Wie ſie von den Lehrvätern unſerer Kirche im Großen und Ganzen je und je geführt worden iſt.“ Das iſt ein weites Thor, da viel heraus und viel hinein gebracht werden kann. Zeigt man ihnen etwas von einem Dogmatiker und ſagt: Glaubſt du denn auch dies? ſo können ſie ſagen: Nein, denn wir ſagen ja nur: im Großen und Ganzen. Das iſt eine Liſt, die den Leitern in der Ohioſynode ſchlechte Ehre macht. 3. Endlich müſſen wir der Ohioſynode auch vorwerfen, daß ſie die Ge⸗ wiſſen an dieſelben Ausdrücke bindet, deren ſich die Dogmatiker bedienen. Denn ſie ſagen: Nur die Lehre: „in Anſehung des Glaubens“ iſt bei uns berechtigt und wer gegen dieſen Ausdruck und die damit jetzt verbundene Lehre iſt, der muß entweder aus unſerer Synode austreten, oder bleibt er, ſo offenbart er ſich als ein Unioniſt. Das ſind drei ſchreckliche Dinge, in die ſie Gott hat fallen laſſen, weil ſie ſich nicht an das gehalten haben, was die heilige Schrift von der Wahl lehrt. Daneben reden ſie in ihrer Erklärung auch mehrfach die Unwahr⸗ heit. Z. B.: „Aufs Neue bekennen wir uns“ ꝛc. und: „wie in der Vergangenheit.“ Es iſt nämlich gar nicht wahr, daß die Ohioſynode früher irgend eine beſtimmte Lehre über das Intuitu fidei gehabt hat. Ja, im Gegentheil, es iſt Thatſache, daß ſie kurz vor dem Ausbruch des Strei⸗ tes eine gegentheilige Lehre hatte. Es erbat ſich nämlich im Jahre 1877 ein Prediger der damaligen Illinoisſynode ein Gutachten von der Facultät in St. Louis und von der in Columbus darüber, ob der alte Herforder Katechismus rein in der Lehre ſei. Da erklärte die Facultät, nachdem ſie mit Recht vieles an dieſem Katechismus gelobt hatte, ausdrücklich, der Aus⸗ druck „in Anſehung des Glaubens“, welcher ſich im Katechismus finde, ſei bedenklich, denn er „könne leicht zu Irrthümern führen“! So