# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 17 Reich iſt nicht von dieſer Welt. Wäre mein Reich von dieſer Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun iſt mein Reich nicht von dannen.“ — Aber deswegen wirft man das ganze köſtliche Buch nicht weg, ſondern hier gilt: „Die Weiſſagung verachtet nicht. Prüfet aber alles und das Gute behaltet.“ Gott, der HErr, hat wohl gewußt, warum er Niemand mehr ſo infallibel, ſo untrüg⸗ lich gemacht hat, wie die Propheten und Apoſtel. Weil wir dann um das geſchriebene Wort Gottes nichts mehr geben würden, ſondern ſagen: Da iſt der Mann, der iſt unfehlbar, den nehme ich an. Nein, ich ſoll bei den Kirchenlehrern meine Augen wohl aufthun und ſagen können: der Lehrer hat nicht bloß ſo geſagt, ſondern er hat es mir aus der Bibel be⸗ wieſen; wo er das nicht thut, da folge ich ihm nicht. Luther ſchreibt darüber Folgendes: „Sind die Väter Menſchen geweſen, ſo werden ſie zuweilen auch gedacht, geredt, gethan haben, wie wir denken, reden, thun; darauf aber ſprechen müſſen (wie wir) den lieben Segen: ‚Vergib uns unſere Schuld, wie wir vergeben‘ ꝛc. Sonderlich weil ſie nicht ſolche Verheißung des Geiſtes gehabt haben, wie die Apoſtel, ſon⸗ dern der Apoſtel Schüler ſein müſſen. Wenn der Heilige Geiſt ſo alber geweſt wäre, daß er ſich hätte verſehen oder vertrauen müſſen, die Concilia und Väter würden alles gut machen und nicht fehlen, wäre ihm ohne Noth geweſt, daß er ſeine Kirche vor ihnen verwarnete, man ſollte alles prüfen, und zuſehen, wo man würde Stroh, Heu, Holz auf den Grund bauen, 1 Cor. 3, 12. Damit er nicht heimlich noch ſchwächlich, ſondern öffentlich und gewaltiglich geweiſſaget, daß in der heiligen Kirchen würden mit unter ſein hölzerne, ſtröherne, heuerne Bauleute, das iſt, Lehrer, die dennoch auf dem Grunde oder Fundament blieben, durchs Feuer wohl Schaden nähmen, doch ſelig werden müßten. Welches nicht kann von den Ketzern verſtanden werden. Denn dieſelbigen legen einen andern Grund; dieſe aber bleiben auf dem Grunde, das iſt, im Glauben Chriſti, werden ſelig und heißen Gottes Heilige, haben gleichwohl Heu, Stroh, Holz, das durchs Feuer der heiligen Schrift muß verbrennen, wiewohl ohne Schaden ihrer Seligkeit, wie St. Auguſtinus von ſich ſpricht: ‚Errare potero, haereticus non ero: Ich mag irren, aber ein Ketzer will ich nicht werden.‘ Urſach, Ketzer irren nicht allein, ſondern wollen ſich nicht weiſen laſſen, vertheidigen ihren Irr⸗ thum für recht und ſtreiten wider die erkannte Wahrheit und wider ihr eigen Gewiſſen. (Von Conciliis und Kirchen vom J. 1539. XVI, 2663 f.) 1 Cor. 3, 11 f. heißt es nämlich: „Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſt. So aber jemand auf dieſen Grund bauet Gold, Silber, Edelſteine, Holz, Heu, Stoppeln; ſo wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk ſei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat; ſo wird er Lohn empfahen. Wird