# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 15 1530 ſei Luther calviniſtiſch geweſen. Somit ſtellen ſie ihn aber hin als einen der ärgſten Land⸗ und Leute⸗Betrüger. Denn Luther nennt ſpäter noch immer ſein Buch: „De servo arbitrio“ ſein beſtes Buch und ſtellt nur noch ſeinen Katechismus daneben als ſeine liebſten Schriften. Alle anderen möchten untergehen, wenn nur dieſe erhalten blieben. Und unſere Gegner ſagen: Nehmt euch nur vor dem Buch vom knechtiſchen Willen in Acht! Iſt das nicht erſchrecklich, daß ſolche Leute noch Lutheraner ſein wollen? Hier haben ſie ſich entlarvt als Feinde der lutheriſchen Kirche, indem ſie Luther zum Ketzer gemacht. Man leſe doch nur folgende Stellen aus der Concordienformel: „Wie auch Dr. Luther von dieſem Handel im Buch de servo arbitrio, das iſt, von dem gefangenen Willen des Menſchen, wider Erasmum geſchrieben und dieſe Sache wohl und gründlich ausgefüh⸗ ret und erhalten, und nachmals in der herrlichen Auslegung des erſten Buchs Moſe, und ſonderlich aber über das 26. Capitel, wiederholet und er⸗ kläret hat, inmaßen daſelbſt er auch etliche andere ſonderbare durch Eras⸗ mum neben eingeführte Disputationen, als de absoluta necessitate etc., wie er ſolches gemeint und verſtanden haben wolle, wider allen Miß⸗ verſtand und Verkehrung zum beſten und fleißigſten bewahrt hat, darauf wir uns auch hiermit gezogen und andere dahin weiſen (Ea hic repetita esse volumus et, ut diligenter legantur, omnes hortamur: zu Deutſch: ‚Dieſes wollen wir hier wiederholt haben und daß es fleißig geleſen werde, jedermann ermahnen.‘).“ (Wiederholung. Ar⸗ tikel II. S. 599.) Und im VII. Artikel der Concordienformel leſen wir: „Es hat auch Dr. Luther, welcher ja die rechte eigentliche Meinung der Augs⸗ burgiſchen Confeſſion für andern verſtanden und beſtändiglich bis an ſein Ende dabei geblieben und vertheidiget, unlängſt vor ſeinem Tode in ſeiner letzten Bekenntniß ſeinen Glauben von dieſem Artikel mit großem Eifer in nachfolgenden Worten wiederholet, da er alſo ſchreibet: ‚Ich rechne ſie alle in Einen Kuchen, das iſt, für Sacramentirer und Schwärmer, wie ſie auch ſind, die nicht gläuben wollen, daß des HErrn Brod im Abendmahl ſei ſein rechter natürlicher Leib, welchen der Gottloſe oder Judas ebenſowohl mündlich empfähet, als St. Petrus und alle Hei⸗ ligen: wer das, ſage ich, nicht gläuben will, der laſſe mich nur zufrieden und hoffe bei mir nur keiner Gemeinſchaft; da wird nichts anders aus.‘ Aus dieſen Erklärungen kann ein jeder Verſtändiger, ſo die Wahrheit und Frieden lieb hat, beſonders aber aus Luthers, als des für⸗ nehmſten Lehrers der Augsburgiſchen Confeſſion, Erklärung, was der Augsburgiſchen Confeſſion eigentliche Meinung und Verſtand in dieſem Artikel“ (vom heiligen Abendmahl) „allezeit geweſen ſei, ungezwei⸗ felt vernehmen.“ (Wiederholung. Artikel VII. S. 653.) Man beachte hier wohl, daß die Concordienformel ſagt: Luther habe die rechte eigentliche Meinung der Augsburgiſchen Confeſſion vor anderen