# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodal⸗Conferenz von Nord⸗Amerika. 1884. 13 ſchlagen haben, ganz andere Leute geworden ſind, wir dagegen ſind bei den Alten geblieben, ſie aber ſind abgefallen. Aber man laſſe ſich durch dies Geſchrei nicht irre machen. Es ſteht vielmehr ſo: Unſere Widerſacher, wenn man ſie bei ihren Worten halten darf, treiben ſchändliche Abgötterei mit den Dogmatikern, ähnlich wie die Corinther mit Apollo; wie jene ſich Apolliſch nannten, ſo können unſere Gegner mit Recht Gerhardiſch, Quen⸗ ſtedtiſch, Hunniuſiſch ꝛc. genannt werden. Wir dagegen haben immer ge⸗ lehrt. daß man ſeinen Glauben nicht auf die Dogmatiker gründen ſolle, ihre Autorität binde uns nicht. Aber wir halten ſie hoch deswegen, weil ſie die Schrift ſo klar auslegen. Müſſen doch unſere Gegner ſelbſt zugeben, daß die Dogmatiker faſt ſämmtlich falſch lehren vom Sabbath und falſch von der Gewalt der weltlichen Obrigkeit in kirchlichen Sachen. Trotzdem ſtellen wir die Dogmatiker hoch, weil ſie ſonſt mächtige und gewaltige Ausleger der Schrift ſind. Thäten wir das nicht, ſo wären wir keine rechten Lutheraner. Denn unſere lutheriſche Kirche bekennt nicht nur, daß die Schrift die einzige Quelle und Norm aller Lehren iſt, ſondern auch, daß man menſchliche Lehrer zu ſeinem Heil benutzen ſoll. So heißt es z. B. in der Concordienformel: „Es werden aber hiermit andere gute, nütz⸗ liche, reine Bücher, Auslegungen der heiligen Schrift, Widerlegungen der Irrthümer, Erklärungen der Lehrartikel nicht verworfen; welche, wofern ſie dem jetzt gemeldten Vorbild der Lehre gemäß, als nützliche Auslegungen und Erklärungen gehalten und nützlich gebraucht werden können.“ (Wieder⸗ holung. Von dem ſummariſchen Begriff. S. 571.) Unſer Bekenntniß verachtet ſogar einen Melanchthon nicht, trotzdem ſich in ſeinen Schriften der Anfang oder die Wurzeln zu vielen Irrthümern findet. Als nämlich die Concordienformel aufgeſtellt werden ſollte, da meinten Viele, jetzt ſollte Melanchthon verdammt und ſeine Bücher ſämmt⸗ lich caſſirt werden. Aber da ſagte man ihnen: leſet ſie nur, aber prüfet alles. So heißt es nämlich in der Vorrede zum chriſtlichen Con⸗ cordienbuch: „So haben wir hiermit auch öffentlich bezeugen und dar⸗ thun wollen, daß wir . . . andere mehr nützliche Schriften Ern Philippi Melanchthonis, wie auch Brentii, Urbani Regii, Pome⸗ rani ꝛc., wofern ſie mit der Norma, der Concordien einverleibt, überein⸗ ſtimmen, nicht verworfen oder verdammt haben wollen.“ (S. 14.) Melanchthon wird alſo hier in Eine Reihe geſtellt mit Brenz, Rhegius, Pomeranus u. a. Ferner leſen wir in den Schmalkald. Artikeln: „Hie werden etliche Sprüche wider uns geführet, als Matth. 16, 18 f.: ‚Du biſt Petrus und auf dieſen Fels will ich bauen meine Gemeine oder Kirche‘; item: ‚Dir will ich die Schlüſſel geben‘; item: ‚Weide meine Schafe‘; und dergleichen mehr. Weil aber dieſer ganze Handel fleißig und genugſam von den Unſern zuvor iſt tractirt, wollen wir dieſelben Schriften hie er⸗