# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der zehnten Verſammlung Ein klarer Beweis, daß man auch gute menſchliche Schriften und Predigten nicht verachten, ſondern Gott dafür danken und ſie treulich brauchen ſoll, iſt auch Apoſt. 18, 24—28.: „Es kam aber gen Epheſum ein Jude mit Namen Apollo, der Geburt von Alexandria, ein beredter Mann und mächtig in der Schrift. Dieſer war unterweiſet den Weg des HErrn und redete mit brünſtigem Geiſt, und lehrete mit Fleiß von dem HErrn und wußte allein von der Taufe Johannis. Dieſer fing an, frei zu predigen in der Schule. Da ihn aber Aquila und Priſcilla höreten, nahmen ſie ihn zu ſich und legten ihm den Weg Gottes noch fleißiger aus. Da er aber wollte in Achajam reiſen, ſchrieben die Brü⸗ der und vermahneten die Jünger, daß ſie ihn aufnähmen. Und als er darkommen war, half er viel denen, die gläubig waren worden durch die Gnade. Denn er überwand die Juden beſtändiglich und erweiſete öffentlich durch die Schrift, daß JEſus der Chriſt ſei.“ Apollo hatte alſo die Gabe, die Leute gewiß zu machen: das und kein anderer iſt der Sinn der Schrift. Da dachten ſie in Epheſus: Halt, der muß in die große Stadt Corinth, wo der Kampf um die Lehre heftig iſt, der wird die Widerſprecher überwinden. „Wie wir denn auch ſehen, daß Apollo bald eine ſo große Autorität in Corinth erlangte, daß ein Theil ſich abgöttiſch an ihn hing und ſich nach ihm Apolliſch nannte. So unrecht dieſes war, ſo ſehen wir doch hieraus ſo viel, daß auch die lieben Chriſten in der apoſtoliſchen Zeit eingeſehen haben, welch eine große Gabe Gottes es iſt, Männer zu haben, die die heilige Schrift klar und deutlich auslegen und ihre Zuhörer gewiß darüber machen können, und daß ſolche Gaben benutzt und nicht verachtet werden ſollen. Und welch einen großen Schatz von Weiſſagung beſitzen gerade wir im Vergleich mit der alten Kirche! Man ſtelle nur einmal einen Vergleich an, was im chriſtlichen Alterthum vorhanden war, und wie außerordentlich groß die theologiſche Literatur heute iſt. Da kann man von jedem recht⸗ gläubigen Dogmatiker etwas lernen und von jedem gilt das Wort: ver⸗ achtet's nicht! Gott will nicht einmal, daß die irdiſchen Gaben verachtet werden. Kinder ſollen das Brod von den Eltern mit Dank annehmen und nicht darauf warten, daß Gott ſie ohne Eltern verſorge. Ein Kranker ſoll die Arzenei nicht verachten. Wie viel mehr gilt dies nun von den geiſtlichen Gaben! Das ſollen namentlich wir Deutſchen uns geſagt ſein laſſen, die vor anderen Nationen der Erde ſo reichlich mit theologiſcher Literatur ge⸗ ſegnet ſind. Man werfe auch nicht deswegen die alten Kirchenlehrer weg, weil ſich in ihren Schriften hie und da etwas Verkehrtes findet. Mancher verwundert ſich darüber, daß wir in dem jetzigen Lehrſtreit gewiſſe Aus⸗ ſprüche der Dogmatiker nicht gelten laſſen wollen, während wir doch früher dieſe Lehrer ſo oft citirt haben. Ja, unſere Gegner mißbrauchen das, auszurufen: Da ſeht ihr es, daß dieſe Leute einen ganz neuen Weg einge⸗