# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S94 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 94 — Monate lang leiteten nun bie beiden übrigen Glieder der Miſſionskom⸗ miſſion das Werk der Miſſion allein, hielten es dann jedoch für nötig, von dem Recht, ſich ſelbſt zu ergänzen, Gebrauch zu machen. Ihre Wahl fiel auf Herrn Prof. F. Pieper vom Concordia⸗Seminar in St. Louis, der zu ihrer Freude die Wahl bis zur nächſten Synodalkonferenz annahm, bis zu welcher Zeit ja überhaupt die Amtszeit der jetzigen Kommiſſion wird abge⸗ laufen ſein. Vor Weihnachten letzten Jahres meldete ſich bei Herrn Paſtor F. Loch⸗ ner in Springfield ein junger Neger, Namens Nathanael Berkhalter. Der⸗ ſelbe war als Sklave geboren, kam als 14jähriger Knabe mit ſeinen Eltern nach Illinois, war mehrere Jahre in einer deutſchen Familie, wo er etwas Deutſch reden, leſen und ſchreiben lernte. Er wünſchte nun, die deutſche Sprache beſſer zu erlernen. Einige Wochen nach ſeinem erſten Beſuch bei Herrn Paſtor Lochner ſchrieb er demſelben, er leſe jetzt ein ſehr ſchönes Buch, die Geſchichte der Familie Cotta, und dabei ſei der Wunſch in ihm rege ge⸗ worden, auch Frieden zu finden, wie einſt Luther. Da Herrn Paſtor Loch⸗ ner das offene, beſcheidene Weſen dieſes Mannes immer mehr gefiel, nahm er ihn verſuchsweiſe in ſein Haus auf, damit er dem Unterricht in der Ge⸗ meindeſchule und den Gottesdienſten beiwohnen könne; doch habe er ſich der Hausordnung zu unterziehen und ſich in der freien Zeit nützlich zu machen. Darauf ging Berkhalter mit Freuden ein. Er beſuchte die Schule, die Gottesdienſte und den Konfirmanden⸗Unterricht, war überall fleißig und ordentlich, und gewann ſo immer mehr die Liebe und das Zutrauen aller, die mit ihm umgirgen. Am heiligen Oſterfeſt empfing er die heilige Taufe, und da er den Wunſch ausgeſprochen hatte, ein Prediger des Evangeliums unter den Kindern Hams zu werden, ſo ſiedelte er nach ſeiner Taufe aus dem Pfarrhauſe ins College über, wo es die Herren Profeſſoren, deren Her⸗ zen er ebenfalls gewonnen hatte, verſuchen wollten, ob er die nötige Be⸗ gabung beſitzt. Die Kommiſſion willigte ein, jährlich $50.00 zu ſeinem Unterhalt zuzuſchießen, und, ſoweit wir wiſſen, iſt man ſowohl mit ſeinem Fleiß und Betragen, wie auch mit ſeinen Fortſchritten wohl zufrieden. Schließlich iſt noch zu erwähnen, daß die Kommiſſion ſeit ihrem letzten Bericht 43 Verſammlungen gehalten hat, welche mit Gebet eröffnet und ge⸗ ſchloſſen wurden, und deren Verhandlungen genau protokolliert ſind. Außer⸗ dem wurden über 200 Briefe in Miſſionsangelegenheiten in dieſem Zeit⸗ raum geſchrieben und verſandt. Viſitiert wurden von der Kommiſſion die Stationen in New Orleans und in Mobile, wie bereits im Bericht an⸗ gegeben. Indem nun die unterzeichnete Kommiſſion der Ehrw. Synodalkonferenz den Bericht ihrer Thätigkeit vorgelegt hat, bittet ſie, den Ankauf des Kir⸗ cheneigentums in New Orleans gut zu heißen und zu beſtätigen. Die Kom⸗ miſſion hielt jenen Ankauf für das Gedeihen der Miſſion für unerläßlich, wurde auch von vielen Seiten dazu aufgefordert, ſo daß wir im Fall des