# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S91 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 91 — Gottesdienſten angeſchafft. In dem zuerſt gemieteten Lokal konnte unſre Miſſion nicht lange bleiben. Nach langem Suchen fand Miſſionar Wahl endlich ein altes Brettergebäude, welches einem Negerverein zum Verſamm⸗ lungslokal diente, und es gelang, dasſelbe für die Zwecke der Miſſion zu mieten. Von der Ausführung des Vorſchlags, ein eigenes Miſſionseigentum zu beſchaffen, glaubten wir noch abſehen zu müſſen. Gegen Ende des Jahres 1880 war die Zahl der Schüler in der Wochenſchule auf über 50 geſtiegen. Miſſionar Wahl erhob von den Kindern ein geringes Schulgeld von 25 Cents monatlich, welches jedoch mehr freiwillig als nach ſtehender Regel entrichtet wurde und dazu diente, die Nebenausgaben für Miete, Feuerung und der⸗ gleichen zu decken. Bei dieſer Zahl der Kinder wurde die Arbeit: Wochenſchule, Sonn⸗ tagsſchule, Predigt, Hausbeſuche, Herrn Miſſionar Wahl zu viel. Er bat um Anſtellung eines Lehrers. Da aber kein Lehrer zu finden war und eine Tochter des Unterzeichneten, die ſchon Erfahrung im Schulehalten hatte, ſich gerade in Mobile in der Wahlſchen Familie aufhielt, ſo wurde dieſelbe als Lehrerin an die Miſſionsſchule berufen. Sie nahm den Beruf an unter der Bedingung, daß derſelbe nur bis zu Oſtern gültig ſein ſolle. Da aber die Zahl der Kinder mit Anbruch des Frühlings nicht, wie man befürchtet, abgenommen hatte, die Kommiſſion aber keinen Lehrer für Mobile wußte: ſo ſtellte Miſſionar Wahl einen jungen Mann aus der dortigen deutſchen lutheriſchen Gemeinde mit Bewilligung der Kommiſſion als Hilfslehrer an. Beſondere Freude bereiteten dem Miſſionar zwei Frauen und ein Knabe, die noch ungetauft und ohne chriſtlichen Unterricht waren. Er unterrichtete und taufte ſie. Sonderlich eine der Frauen, Mrs. Smith, macht den Ein⸗ druck einer ernſten Chriſtin, die fröhlich und dankbar iſt im Glauben an Chriſtum. Im Frühjahr 1881 hielt ſich der Unterzeichnete einen Tag in Mobile auf und überzeugte ſich, daß Herr Miſſionar Wahl mit großer Treue und Eifer arbeitete, und daß ſeine Arbeit auch an vielen der Kinder nicht vergeblich war. Im Sommer 1881 wurde Herr Miſſionar Wahl von einem Kopfleiden befallen, welches ihn nötigte, eine Zeitlang Ruhe und Heilung zu ſuchen. Er ging nach Chicago und unterwarf ſich daſelbſt einer längeren Kur. Nach einigen Monaten konnte er etwas geſtärkt, aber nicht vollſtändig geheilt, wieder an die Arbeit gehen. Leider verſchlimmerte ſich ſein Kopfleiden wieder, und es zeigte ſich immer mehr, daß die Anſtrengungen, welche das Amt eines Negermiſſionars mit ſich bringt, über ſeine Kräfte gingen. Als er daher im Dezember 1881 einen Beruf an die predigerlos gewordene deutſche evangeliſch⸗lutheriſche Gemeinde in Mobile erhielt, riet ihm die Kommiſſion denſelben anzunehmen. Nun war Mobile wieder ohne Miſſionar. Die Kommiſſion wußte auch nicht, woher einen berufen; dazu war ſie der Meinung, Mobile ſei kein günſtiges Arbeitsfeld für unſere Miſſion; denn einesteils war der Er⸗