# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S89 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 89 — Seit einem Jahre predigt Herr Miſſionar Bakke auch in der Kapelle an Claiborn Straße, wo ſich eine beſtimmte Zuhörerſchaft von 50 bis 60 erwachſenen Negern ziemlich regelmäßig einfindet und mit großer Andacht und Sittſamkeit dem Wort lauſcht. So findet ſich auch in Sailors' Home eine Anzahl Erwachſener ziemlich regelmäßig ein. Da die Zahl der Kinder in Sailors' Home für Miss Watſon zu groß war, Herr Miſſionar Bakke aber auch außer der Schule Arbeit genug hat, derſelbe auch einen Lehrer haben ſollte, der den Religionsunterricht ſelbſt erteilen kann, ſo wurde im Dezember Herr Lehrer Vix, der ſich gerade in New Orleans aufhielt, zuerſt proviſoriſch angeſtellt und ſpäter ordentlich berufen. Im Monat März dieſes Jahres hielt ſich der allgemeine Präſes der Miſſouriſynode 14 Tage lang in New Orleans auf, und nahm während dieſer Zeit oft Gelegenheit, die Schulen und Gottesdienſte unſerer Miſſion zu beſuchen, um ſeiner Synode aus eigener Anſchauung darüber berichten zu können. In Sailors' Home fand er 130 Kinder auf der Liſte, von denen 83 gegenwärtig waren. Aufmerkſamkeit, Leſen, Schreiben u. ſ. w. reichten wohl nicht ganz an unſere guten zweiklaſſigen Schulen; aber das Aufſagen des Katechismus ging glatt und unſere bekannteſten Kirchenlieder wurden feſt und kräftig geſungen. Im Wochen⸗Abendgottesdienſt waren außer den Kindern 20 erwachſene Neger, welche aufmerkſam zuhörten. Oft ſind auch mehr da. In der Miſſionskapelle an der Claiborn Straße fand Präſes Schwan 120 Kinder auf der Liſte und 90 anweſend, welche jämmerlich zu⸗ ſammengedrängt waren. Mehr als 100 Kindern mußte die Aufnahme wegen Mangel an Raum verſagt werden. Dieſe Schule ſteht unſern gemiſchten Schulen nicht nach. Im Gottesdienſt am Sonntag⸗Abend waren über 60 Erwachſene und eine Anzahl Kinder. Der Geſang ging beſſer als in manchen unſerer Gemeinden. In Sailors' Home hatte Miſſionar Bakke 20, hier 6 Konfirmanden. Auch Herr Präſes Schwan überzeugte ſich, daß wir in New Orleans für beide Stationen ein Miſſionseigentum haben müſſen, wenn wir mit Erfolg Miſſion treiben wollen; ſonderlich für die Sailors' Home Miſſion. Hier bot ſich uns eine gute Gelegenheit, ein paſſendes Eigentum für einen verhältnismäßig billigen Preis zu erſtehen. Eine ſchön gelegene Ecklot von 60×90 Fuß und eine zimlich große, noch gut erhaltene Kirche darauf wurde uns angeboten für 3500 Dollars. Herr Präſes Schwan forderte im „Lu⸗ theraner“ zu Gaben zum Ankauf dieſes Eigentums auf; die „Miſſions⸗ Taube“ that ein Gleiches. Ein treuer Freund unſerer Miſſion erbot ſich, wenn die Miſſionskommiſſion 1000 Dollars aufbrächte, ſo wolle er für den Reſt der Kaufſumme Noten ſtellen. So nobel nun dies Anerbieten auch war, ſo glaubte doch die Kommiſſion, dasſelbe aus verſchiedenen Gründen nicht annehmen zu können, ſondern wollte lieber warten, bis ſo viel für den Zweck eingegangen ſei, daß ſie ſelbſtändig den Kauf abſchließen könne. Bis im September waren etwa 1500 Dollars eingegangen, dazu waren