# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S88 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 88 — Endlich bot ſich uns eine Gelegenheit, etwa 6 Block von Sailors' Home ein Eigentum zu kaufen, welches für 1250 Dollars zu erwerben war und für weitere 300 Dollars für unſere Zwecke hätte können paſſend eingerichtet wer⸗ den. Allein durch die uns gegebenen Inſtruktionen waren uns die Hände gebunden, daß wir nicht kaufen konnten. Im April 1881 wurde der Unter⸗ zeichnete mit einer Viſitation der Miſſion in New Orleans beauftragt. Bei dieſer Gelegenheit beſuchte derſelbe auch den Gottesdienſt, in welchem die wenigen Anweſenden ruhig und aufmerkſam der Predigt zuhörten. Auch die Schulen beſuchte der Unterzeichnete. In den beiden Klaſſen der Sailors' Home Schule fand er etwa 120 Kinder, und in der Claiborn Schule gegen 90. Die Leiſtungen der Kinder in beiden Schulen in Kate⸗ chismus, Bibliſche Geſchichte, Leſen u. ſ. w. waren über Erwarten gut; ſonderlich war es eine Luſt, die Kinder den lutheriſchen Katechismus auf⸗ ſagen und unſere lutheriſchen Kirchenlieder ſingen zu hören. Förmlich er⸗ ſchrocken aber war Unterzeichneter über das Gebäude. So ſchmutzig, ekel⸗ haft, grauenerregend hatte er es ſich nicht vorgeſtellt. Es iſt zu verwundern, daß hier noch ein Menſch zum Gottesdienſt kommen oder ſeine Kinder zur Schule ſchicken mag. Es war die Abſicht der Miſſions⸗Kommiſſion, die Ehrw. Synodal⸗ konferenz bei ihrer im Oktober 1881 ſtattzufindenden Verſammlung zu bitten, das vorhin genannte Eigentum zu kaufen. Da nun aber die Ver⸗ ſammlung verſchoben wurde, ließ die Kommiſſion einen Aufruf ergehen um Gaben für den Ankauf; doch ehe Gelder dafür eingegangen waren, war jenes Eigentum anderweitig verkauft und für uns verloren. Einige der alten Neger, die Paſtor Döſcher geſammelt hatte, wie auch die Lehrerin Watſon, waren ſehr widerſpenſtig gegen unſern Miſſionar und verlangten Paſtor Döſcher zum Miſſionar. Endlich lief ein langes Schrei⸗ ben von Miss Watſon und den genannten bei der Kommiſſion ein, in welchem ſie erklärten: Miſſionar Bakke paſſe nicht für ſie, und nach der Lehre der lutheriſchen Kirche hätten ſie doch ein Recht, ſich ihren Paſtor ſelbſt zu wählen. Man ſolle ihnen Päſtor Döſcher geben. Dem ganzen Schreiben merkte man es an, daß ſie dazu aufgeſtachelt waren. Es wurde ihnen geantwortet, daß ſie allerdings das Recht hätten, ſich einen Paſtor zu wählen, aber auch die Pflicht, ihn ſelbſt zu verſorgen. Das könnten wir ihnen auch nicht wehren. Indes ſei Miſſionar Bakke unſer Miſſionar, und die Miſſion in Sailors' Home unſre Miſſion. Miss Watſon wurde hierauf entlaſſen, und ſah nun ein, wie thöricht und unrecht ſie gehandelt, bekannte auch, daß ſie, ſowie auch die andern, von jemand verleitet ſeien. Eine angeſtellte Unterſuchung ergab, daß dem wirklich ſo ſei. Die ganze Bewegung war aus heimlicher Oppoſition gegen unſre Miſſion hervorge⸗ gangen. Die Mehrheit der Neger bezeugten, daß ſie Miſſionar Bakke ſehr lieb haben und ihn gerne hören. Da Miss Watſon ihr Unrecht abbat, wurde ſie wieder als Lehrerin angeſtellt.