# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 85 — gefunden werden konnte, wurde auf Wunſch Herrn Paſtor Bergs eine Frau aus der Negergemeinde, Mrs. Reed, eine Mulattin, welche zum Schuldienſt ausgebildet war, als Hilfslehrerin angeſtellt, ein kleines Häuschen in der Nähe der Kirche gemietet und zur Schule eingerichtet. Die Bänke dazu wurden in St. Louis gekauft. Auch wurde ein hölzerner Kohlenſchuppen hinter der Kirche gebaut. Schon nach einigen Monaten erklärte Mrs. Reed, daß ſie nicht länger als bis zum Frühjahr 1880 Schule halten würde; es wurde daher die Fakultät in Addiſon erſucht, ſich nach einem paſſenden Manne unter ihren Abiturienten umzuſehen; auch wurde Herrn Miſſionar Berg erlaubt, ſelbſt zu dieſem Zweck das Seminar in Addiſon zu beſuchen. Auf ſeinen Vorſchlag wurde dann Herr Karl Berg vom Seminar in Addiſon als zweiter Lehrer für die Negerſchule in Little Rock berufen und der Beruf von demſelben angenommen. Schon im Mai 1880 berichtete Herr Miſſionar Berg, daß es mit der Schule doch nicht ſo gut vorwärts gehe, wie er gehofft; daß im Gegenteil eine Abnahme der Schülerzahl ſtattgefunden habe, und es daher wohl rat⸗ ſam ſein dürfte, mit der Berufung und dem Schulbau noch zu warten. Da Lehrer Berg jedoch bereits berufen war, hielt es die Kommiſſion für das Beſte, die Berufung nicht rückgängig zu machen, ſondern Lehrer Berg, wenn er in Little Rock nicht nötig ſein ſollte, in New Orleans zu verwen⸗ den. Im September wurde denn auch Herr Lehrer Berg in Little Rock als zweiter Lehrer an unſerer Miſſionsſchule eingeführt. Weil aber bis gegen Ende des Jahres die zum Schulbau erforderliche Summe immer noch nicht eingegangen war, auch die Zahl der Schulkinder nicht mehr zu⸗, ſondern bedeutend abgenommen hatte, ſo beſchloß die Kommiſſion, vom Schulbau jetzt ganz abzuſehen, und bat Lehrer Berg, nach New Orleans zu gehen, wo ein großes Arbeitsfeld für ihn war. Gleich nach Anfang des Jahres 1881 ging Lehrer Berg nach New Orleans, und war nun Miſſionar Berg mit ſeinem Lehrer Jeske wieder allein in Little Rock. Die Zahl der Kinder in der Schule, wie auch die Zahl der Beſucher der Gottesdienſte wurde immer kleiner, wodurch unſere Miſſionsarbeiter natürlich traurig und mutlos gemacht wurden. Als daher Herr Miſſionar Berg im Herbſt 1881 einen Beruf an eine deutſche evang.⸗lutheriſche Ge⸗ meinde in Indiana erhielt, und die Kommiſſion dafür hielt, daß ein Wechſel erwünſcht ſei, nahm er den Beruf mit Bewilligung der Miſſions⸗Kommiſ⸗ ſion an. Nun war Herr Lehrer Jeske allein, hielt Wochen⸗ und Sonntags⸗ ſchule. Herr Paſtor Obermeyer von der deutſchen evang.⸗lutheriſchen Ge⸗ meinde in Little Rock nahm ſich auf unſere Bitte der kleinen Negergemeinde ſoviel als möglich an, predigte derſelben auch Sonntag⸗Abends, und wenn immer er nicht predigen konnte, las Herr Lehrer Jeske eine gedruckte Predigt vor. Im Dezember vorigen Jahres lief bei der Kommiſſion ein Schreiben der kleinen Negergemeinde und etlicher Freunde derſelben ein, in welchem