# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S78 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 78 — dann zu beſehen, wie ihre Delegaten geſtimmt haben. Aber ohne Abſtim⸗ mung auseinander zu gehen, wäre doch auch mißlich und wunderlich. Wer hier ſtimmen kann, der thue es doch. — Es ſei dieſe Abſtimmung gleichſam eine Erkundigung, wer mit uns und wer mit unſern Gegnern ſtimme, eine Frage an jeden: Wie ſtehſt du? Nicht ſoll über Wahrheit und Irrtum ab⸗ geſtimmt werden, ſondern wir möchten gerne erfahren, wo noch ein Diſſen⸗ ſus iſt, um denſelben dann zu beſeitigen. Leider haben wir ſo wenig Zeit, jetzt dieſen Zweck zu verfolgen und durch die Diskuſſion Einigkeit herbei⸗ zuführen. Hierauf wurde von einem anderen norwegiſchen Delegaten die Frage aufgeworfen: wie nun das fernere Verhalten gegen ſolche Gegner wie Herr Paſtor Muus in der Synodalkonferenz einzurichten ſei. Wir hätten doch noch keine Lehrverhandlungen mit ihm gepflogen und könnten daher der Abſtimmung über den Komiteebericht nicht ein Disziplinarver⸗ fahren gegen Herrn Paſtor Muus folgen laſſen. Darauf wurde geantwortet: „Wir haben in der Synodalkonferenz gar keine Disziplinargewalt. Wir können hier weiter nichts thun, als, weil wir Brüder ſind, einander zurechtzuweiſen ſuchen. Wir könnten höch⸗ ſtens Herrn Paſtor Muus bei ſeiner Synode anzeigen. Bei Herrn Prof. Schmidt liegt ein ganz anderer Fall vor. Ohne Verleugnung der Wahr⸗ heit konnten wir mit ihm nicht als mit einem Bruder und Aſſeſſor zu⸗ ſammen ſitzen.“ Auf die früheren Einwendungen eines anderen norwegiſchen Bru⸗ ders wurde an denſelben die Bitte gerichtet: er möge uns doch ſagen, wie er glaube, daß wir verfahren müßten. Es liege doch offenbar in Umſtän⸗ den, die wir nicht ändern können. Derſelbe antwortete: „Meine Meinung iſt die: wir ſollten erſt mit Herrn Paſtor Muus über die Lehre verhandeln und ihm zu Hilfe kommen, daß er das Rechte einſähe, und dann erſt ſollte über die Lehre abgeſtimmt werden. Wenn wir das aber nicht thun können, ſo ſollten wir lieber die Abſtimmung verſchieben und erſt eine Disputation anberaumen. Darauf wurde entgegnet: Wieviel iſt doch ſchon mit Paſtor Muus verhandelt! Das Weitere mit ihm zu handeln iſt zunächſt Pflicht der Nor⸗ wegiſchen Synode. Das mag ja ſein, daß unſere Feinde dieſe unſere Handlungsweiſe übel auslegen. Aber ich ſehe dieſe Abſtimmung nicht an als einen Abſchluß der ganzen Sache, ſondern nur als eine Orientierung, wer unter den Delegaten in der Lehre einig iſt. Und das iſt doch gar nicht außer Ordnung und gegen die Ordnung. Wir können ja gleich nach der Abſtimmung, wenn wir Zeit haben, fortfahren, über die Lehre zu verhandeln. — So wurde denn Beſchloſſen, daß wir den vorliegenden Komiteebericht annehmen. Nur Herr Paſtor Muus ſtimmte dagegen.