# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S77 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 77 — Sinn‘. Nun, wenn die Dogmatiker doch ſelbſt immer ſagen, ſie redeten von einer Wahl in anderem Sinn, als die Konkordienformel, was hilft's ſie zu verteidigen, als hätten ſie dieſelbe Lehre? Sie wollen nicht dafür gehalten werden, als wollten ſie dieſelbe Lehre darſtellen. — Und endlich, es iſt mir erſchrecklich geweſen zu hören, daß auch die Werke ſollen eine Ur⸗ ſache ſein des ewigen Lebens. Das iſt etwas in der lutheriſchen Kirche ſo Unerhörtes, daß ich keine Worte dafür habe. Ich kann nur wünſchen, daß der liebe Gott den teuren Herrn Paſtor Muus erleuchten möge. Es iſt zu ſchrecklich! Die Werke ‚eine Urſache des ewigen Lebens‘, hat er ſelbſt geſagt!!“ Einer der Brüder machte darauf aufmerkſam, daß allerdings Herr Paſtor Muus die ganze Zeit über das Wort „Wahl“ in einem ande⸗ ren Sinne verſtanden und gebraucht, als die übrigen Glieder der Synodal⸗ konferenz, und wünſchte von Herrn Paſtor Muus zu hören, was für eine Lehre von der Wahl er eigentlich habe. Ein Delegat, der das Wort hatte, erbot ſich, darauf zu verzichten, falls Herr Paſtor Muus hierauf ſich äußern wolle. Da Herr Paſtor Muus dies nicht thun wollte, ſo bemerkte der betreffende Delegat, wie durchaus ungenügend es geweſen ſei, wie Paſtor Muus ſeine Gleichſtellung der Väter und des Bekenntniſſes damit zu decken geſucht habe; um die Übereinſtim⸗ mung der Kirchenlehrer mit dem Bekenntnis ſei es doch eine ſo wichtige Sache. Das ſei doch keine Rechtfertigung ſeiner Ausſage geweſen, die vielmehr allgemein von der ganzen Konferenz als eine Herabſetzung der Symbole ſollte abgewieſen werden. Ein anderes Glied der Konferenz erinnerte Herrn Paſtor Muus, er ſolle doch nicht ſo thun und reden, als dürfe man ſich hier nicht mehr auf die heilige Schrift berufen. Er könne doch gut genug wiſſen, daß wir bei der heiligen Schrift bleiben wollen. Ein anderer bemerkte: Mir ſcheint ein Hauptfehler bei Herrn Paſtor Muus zu ſein, daß derſelbe den Unterſchied der Lehre der alten Dogmatiker und der neueren Gegner unſerer Gnadenwahls⸗Lehre nicht einſieht. — Hierauf gab ein norwegiſches Glied der Konferenz zu bedenken: zwar ſeien alle gegenwärtigen Vertreter der Synoden bis auf eine einzige Perſon für ihre Perſon jetzt zur Abſtimmung bereit und fertig, ihre Zu⸗ ſtimmung zu den Proteſten der Miſſouri⸗, Wisconſin⸗ und Minneſota⸗ Synode zu geben, auch willig, die Schmach mitzutragen, die um dieſer Pro⸗ teſte willen über deren Bekenner kommen möge. Aber ob es nicht doch beſſer wäre, in Bezug auf die Lehre von der Gnadenwahl keine offizielle Erklärung abzugeben? Man könne ja vielleicht erſt doch noch über die Lehre verhandeln und damit den Gegnern vorbeugen, die es zum ſchlimmſten aus⸗ legen würden: man habe abgeſtimmt, ohne über die Lehre zu verhandeln. Hiegegen wurde jedoch geltend gemacht, eine Abſtimmung hier ſei ja nicht eine Erklärung z. B. der Ehrw. Norwegiſchen Synode; die habe